Mainz - Klänge, Melodien, Emotionen - die Schlagzeugerin Eva Klesse liebt das musikalische Gesamterlebnis, das Miteinander im Sound. Am kommenden Montag erhält die Professorin an der Musik-, Theater- und Medienhochschule Hannover den SWR-Jazzpreis. Der gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz vergebene Preis ist mit 15 000 Euro dotiert und der älteste Jazzpreis in Deutschland.
«Entschieden eindringlich - so könnte man den Sound von Eva Klesse beschreiben», erklärte der SWR zur Entscheidung für die Preisträgerin. «Am Schlagzeug ist ihr Balance wichtig, zwischen Rhythmus und Melodie, zwischen großer Geste und kleinen Details, zwischen Energie und Ruhe.» Als Komponistin habe sie «eine große erzählerische Begabung und ein Faible für die musikalische Ausgestaltung seltsamer Geschichten».
Zu hören ist dies etwa auf dem jüngsten Album des Eva Klesse Quartetts mit Stücken wie «Brushing Hippopotami». Diese Komposition entsprang nach den Worten der Musikerin einem Traum, in dem sie ein kleines Flusspferd mit einer Zahnbürste gebürstet hat.
«Im Jazz wird der Moment sehr gefeiert und zelebriert», sagte die Musikerin vor der Preisverleihung im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. «Im nächsten Konzert kann das wieder ganz anders klingen.» Weil dies auch immer vom jeweiligen Raum und Publikum abhängig sei, «sind wir froh, dass wir wieder vor Publikum spielen können». Das Schlagzeug habe sich davon befreit, lediglich «Rhythmusknecht» zu sein und trage mit seinen besonderen Farben zum Gesamtbild eines Stücks bei.
Pressemeldung des SWR:
SWR Jazzpreis 2021 an Eva Klesse
Die Schlagzeugerin Eva Klesse erhält den 41. SWR Jazzpreis, die älteste Auszeichnung ihrer Art in Deutschland.
Baden-Baden/Mainz. Die 1986 im nordrhein-westfälischen Werl geborene Schlagzeugerin Eva Klesse erhält den je zur Hälfte vom Land Rheinland-Pfalz und vom Südwestrundfunk gestifteten SWR Jazzpreis 2021. Der Preis wird am 18. Oktober beim Internationalen Festival „Enjoy Jazz“ in Ludwigshafen überreicht. Ebenfalls nominiert für den SWR Jazzpreis waren die Sängerin Cymin Samawatie und der Kontrabassist Petter Eldh.
Eindringlichkeit des Spiels überzeugte die Jury des SWR Jazzpreises
Entschieden eindringlich – so könnte man den Sound von Eva Klesse beschreiben. Am Schlagzeug ist ihr Balance wichtig, zwischen Rhythmus und Melodie, zwischen großer Geste und kleinen Details, zwischen Energie und Ruhe. Als Komponistin hat sie eine große erzählerische Begabung und ein Faible für die musikalische Ausgestaltung seltsamer Geschichten – nachzuhören ist das unter anderem auf dem aktuellen Album ihres Quartetts: „Creatures & States“. Diese Band mit Evgeny Ring am Saxofon, Philip Frischkorn am Piano und Stefan Schönegg am Kontrabass steht seit vielen Jahren im Mittelpunkt des Schaffens von Eva Klesse. Außerdem spielt die Schlagzeugerin regelmäßig mit dem Julia Hülsmann Oktett, dem Sarah Chaksad Orchestra, der Jorinde Jelen Band und dem Quartett Trillmann. Seit 2018 ist sie Professorin für Jazzschlagzeug an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.
41. Verleihung des ältesten deutschen Jazzpreises
Der SWR Jazzpreis ist der älteste Jazzpreis Deutschlands und wird 2021 zum 41. Mal vergeben. Die Jury besteht aus je zwei Vertreter*innen des SWR (Julia Neupert, Günther Huesmann) und des Landes Rheinland-Pfalz (Anja Buchmann, Bert Noglik), einem Mitglied einer Jazzorganisation (Alexandra Lehmler, Deutsche Jazzunion) und zwei unabhängigen Musikkritiker*innen (Tinka Koch, Niklas Wandt). Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.