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Lichtenberg/Hof - Der Franzose Fédor Roudine hat den diesjährigen Violinwettbewerb Henri Marteau gewonnen. Roudine habe eine «außergewöhnliche und überzeugende Leistung» geboten und erhalte ein Preisgeld von 10 000 Euro, teilten die Veranstalter am Freitag im oberfränkischen Lichtenberg mit. Der zweite Platz ging an die Japanerin Misako Akama, Dritter wurde Kim Minkyum aus Südkorea.
Seit Ende April hatten sich 64 Kandidaten aus 22 Ländern im Rahmen des internationale Wettbewerbs präsentiert. Henri Marteau wurde 1874 im französischen Reims als Sohn einer Textilfabrikantenfamilie geboren. 1908 wurde er Nachfolger von Joseph Joachim als Professor an der Hochschule für Musik in Berlin. Wegen seiner französischen Staatsbürgerschaft verlor er während des Ersten Weltkriegs seine Berliner Professur und wurde 1916 in seiner Sommerresidenz in Lichtenberg unter Hausarrest gestellt. Dort gab er später Unterricht und Meisterkurse, um den Geist der Musik an junge Künstler weiter zu tragen. Dies ist auch die Intension des alle drei Jahre stattfindenden Wettbewerbs. Die Preisträger geben am Samstag in Hof ein Galakonzert.