Salzburg - Mit Blick auf das 100-Jahre-Jubiläum der Salzburger Festspiele 2020 hat sich deren Präsidentin Helga Rabl-Stadler zu einer neuen Kandidatur für den Chefposten durchgerungen. Nach langem Zögern komme sie gern der einstimmigen Aufforderung des Kuratoriums sowie der Bitte des künftigen Intendanten Markus Hinterhäuser nach, sagte die 68-Jährige am Donnerstagabend in Salzburg.
Besondere Motivation sei die Herausforderung, zum Jubiläum ein herausragendes Programm auf die Beine zu stellen. «Das bedarf besonderer Unterstützung durch öffentliche und private Geldgeber», so Rabl-Stadler, die seit 1995 als Präsidentin viel Erfahrung im Werben um Sponsoren gesammelt hat.
Mit dem Entschluss wird die für den Herbst geplante Ausschreibung des Postens zur Formsache. Es werde immer schwieriger, Sponsoren und Mäzene zu halten oder zu gewinnen, meinte Rabl-Stadler. Gerade für 2020 spiele auch deren Beitrag wieder eine wichtige Rolle. «Denn man muss zum 100-Jahre-Jubiläum etwas schaffen, das bis ins nächste Jahrhundert strahlt.» Die Festspiele finanzieren sich zu 75 Prozent aus eigenen Einnahmen, der Rest ist Steuergeld.
An der Spitze der weltweit bekanntesten Theater- und Musikfestspiele stehen künftig neben Rabl-Stadler der neue Intendant Markus Hinterhäuser, dessen Fünf-Jahres-Vertrag im Oktober beginnt, sowie ab April 2017 der 34-jährige Lukas Crepaz als kaufmännischer Direktor.
Die diesjährigen Salzburger Festspiele beginnen am Samstag mit der Wiederaufnahme von Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel «Jedermann». Die Festspiele dauern bis Ende August und zeigen 192 Aufführungen der Sparten Oper, Schauspiel und Konzert an 14 Spielstätten.