Salzburg - Der Konzertchef der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser, wird das Festival mit Ablauf seines Vertrages 2011 verlassen. Nach Gesprächen mit dem designierten Festspielintendanten Alexander Pereira habe sich Hinterhäuser «nach reiflicher Überlegung» entschieden, den Festspiele «unter den ihm angebotenen Rahmenbedingungen» nicht mehr zur Verfügung zu stehen, teilte das Pressebüro der Festspiele am Freitag in Salzburg mit.
«Selbstverständlich» werde Hinterhäuser seinen Vertrag für die Spielzeiten 2009, 2010 und 2011 erfüllen, hieß es. Vor kurzem hatte Pereira mit dem Schauspieler und Regisseur Sven-Eric Bechtolf schon den Nachfolger von Schauspielchef Thomas Oberender vorgestellt.
Der österreichische Pianist Hinterhäuser hatte die Stelle des Konzertdirektors 2006 zusammen mit dem neuen Intendanten Jürgen Flimm angetreten. Bereits unter dem legendären Festspiel-Erneuerer Gerard Mortier verantwortete Hinterhäuser mit großem Erfolg die avantgardistische Veranstaltungsreihe «Zeitfluss». Auch in den vergangenen Jahren stand er mit seinen ambitionierten Programmen für eine programmatische Neujustierung der Konzertsparte bei den Salzburger Festspielen.
Bei der Suche nach einem Nachfolger für Flimm, der bereits nächstes Jahr, ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages, als Intendant an die Berliner Staatsoper wechseln will, war Hinterhäuser auch als Intendant der Festspiele im Gespräch. Nachdem er es nicht in die engere Wahl geschafft hatte, hieß es, man wolle ihn dennoch als Konzertchef und Mitglied des Festspiel-Direktoriums an Salzburg binden. Die Entscheidung, ob Flimm vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen wird, war jüngst vom Festspiel-Kuratorium vertagt worden.