Nachrichten aus der Musikwelt.
Neuer Töner an der Ferienkurse-Führungsspitze
Thomas Schäfer Direktor des Internationalen Musikinstituts Darmstadt
Die Darmstädter Ferienkurse starten in eine neue Zeit. Damit verbunden ist auch ein Wechsel an der Führungsspitze des Internationalen Musikinstituts Darmstadt: Als Nachfolger von Solf Schäfer wird Thomas Schäfer vom 1. Mai 2010 an die Amtsgeschäfte übernehmen. Bereits jetzt entwickelt der 1967 in Hamburg geborene Thomas Schäfer eine programmatische Neukonzeption für die Internationalen Ferienkurse, die auch künftig als Biennale stattfinden werden. Solf Schäfer geht Ende April 2009 in den Ruhestand (Altersteilzeit).
Thomas Schäfers bisherige umfangreichen Tätigkeiten waren für die eingesetzte Findungskommission mit Wolfgang Rihm, Lucas Fels und Armin Köhler sicher ausschlaggebend für die Darmstädter Entscheidung. Schäfer war Redakteur für Neue Musik beim Norddeutschen Rundfunk, Dramaturg für Neue Musik am Wiener Konzerthaus und (seit 2008) Programmkurator beim Festival „Wien modern“, außerdem Berater für zeitgenössische Musik bei den Salzburger Festspielen von 2003 bis 2006. Derzeit arbeitet er in Kooperation mit der Musik-Akademie Basel und der Paul Sacher Stiftung an einem Forschungsprojekt zur Musik von Roman Haubenstock-Ramati, dessen Bedeutung für die Neue Musik immer noch nicht hinreichend in ihrer wegweisenden Komplexität erfasst ist. Künftig sollen, wie die Stadt Darmstadt mitteilt, die Ferienkurse über Drittmittel finanziert werden. Von der Siemens Musikstiftung läge bereits eine Förderzusage vor. Die Stadt Darmstadt will sich offenbar ganz aus der Finanzierung verabschieden, was irgendwie im Widerspruch steht zu der Absicht, das Konzertprogramm der Ferienkurse auszuweiten und in die Region zu tragen. Für eine solche Vermittlungsarbeit und Popularisierung der Ferienkurse müssten Stadt und Land im Rahmen ihrer Kulturpolitik eigentlich ihren finanziellen Anteil leisten. Thomas Schäfer muss darauf achten, dass die Ferienkurse nicht ihren professionellen hohen Anspruch aufgeben. Nur hierfür wären Zuwendungen wie von der Siemens Stiftung sinnvoll. Die Vermittlung von Neuer Musik, so wünschenswert und wichtig sie ist, darf nicht zum Hauptzweck der Ferienkurse werden. gr
Feste Größe in der musikpädagogischen Diskussion
Der Musikpopularisierer: Asmus Hintz zum sechzigsten Geburtstag
Am 1. Januar 2009 hat Asmus Hintz, Geschäftsführer Musikpopularisierung bei der Yamaha GmbH, Rellingen, seine Tätigkeit bei Yamaha Music Europe und seine Funktion im Vorstand der Stiftung „100 Jahre Yamaha“ nach 36-jähriger Firmenzugehörigkeit beendet. Mit Vollendung des 60. Lebensjahres nahm er damit die Möglichkeiten der Altersteilzeitregelung in Anspruch, um sich anderen Dingen zu widmen. Er wird weiter im Institut für Kultur- und Medienmanagement an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg lehren und sich forschend und publizierend betätigen, Vorträge, Seminare und Workshops halten und sich dem Musizieren wieder verstärkt widmen. Asmus Hintz war lange Jahre eine feste Größe in der musikpädagogischen Diskussion. Er trug das Thema Bläserklassen in Verbände und Schulen, setzte sich publizistisch und in Vorträgen mit den kulturpolitischen Konsequenzen der Musikforschung auseinander und war ein Partner für zahlreiche musikpädagogische und künstlerische Initiativen. Aktuelle Texte und Video-Streams von und mit Asmus Hintz zum Thema „Jedem Kind ein Instrument“ finden Sie unter www.nmz.de.
Hermann Regner
Der Musikpädagoge und Komponist Hermann Regner ist – wie erst jetzt bekannt wurde – am 29. Dezember in Großgmain bei Salzburg im Alter von 80 Jahren gestorben.
Sein Lebenswerk galt in erster Linie der Musikerziehung, in den Jahren 1958 bis 1964 als Dozent an der Hochschule für Musik in Trossingen, dann bis 1993 als Professor für Musikerziehung am Orff-Institut des Mozarteum Salzburg. Regner war enger Mitarbeiter Carl Orffs von 1963 bis zu dessen Tod im Jahr 1982. Zahlreich sind seine Veröffentlichungen zur Musikpädagogik und seine instrumentalen und vokalen Kompositionen. Zu seinem 80. Geburtstag im Mai vorigen Jahres veröffentlichte die neue musikzeitung einen Beitrag, in dem er seinen jüngsten Kompositionsauftrag für Kinder zwischen sieben und fünfzehn Jahren originell kommentierte. er
Die großen B‘s der Neuen Musik
Zum Tode der Mäzenin Betty Freeman
Die amerikanische Mäzenin Betty Freeman vergab rund 400 Kompositionsaufträge und Stipendien an über 80 Musiker und setzte sich allen voran für die Arbeiten von John Cage, Steve Reich und John Adams ein – Adams hat sie einmal als „die Medici unserer Zeit“ bezeichnet. Besonders eingesetzt hat sich Freeman auch für den amerikanischen Musiker-Pionier Harry Partch, dessen aufwändiges Erfinden und Entwickeln von neuen Instrumenten, die er selber baute, eine Zeitlang nur dank ihrer Unterstützung möglich war. Ihr Horizont und ihre musikalischen Leitbilder reichten jedoch auch über Amerika hinaus. In Europa versäumte sie keine wichtigen Aufführungen von Pierre Boulez, Harrison Birtwistle, Luciano Berio oder Györ-gy Ligeti, die sie dann wiederum für ihre berühmten Hauskonzerte nach Beverly Hills einlud. Auf diese Weise war die Musik der europäischen Avantgarde oft erstmalig an der amerikanischen Westküste zu hören. Bezeichnend für Betty Freemans Engagement war ihr kurzes Statement anlässlich der Eröffnung ihrer Luzerner „Music People“-Ausstellung während des Sommerfestivals 2004: Sie hoffe, dass man nicht immer nur von den drei großen B's der klassischen Musik des 19. Jahrhunderts sprechen werde, also Beethoven, Brahms und Bruckner, sondern vielmehr auch von den drei großen B's des 20. Jahrhunderts: Boulez, Berio und Birtwistle. Betty Freeman ist am 4. Januar im Alter von 87 Jahren verstorben.
DTKV dankt Stricker
Ines Stricker, seit langem als selbstständige Redakteurin für den Tonkünstlerverband Baden-Württemberg e. V.(tonkünstler-forum und DTKV-Landesseite der nmz) tätig, beendet auf eigenen Wunsch diese Mitarbeit zum 31. Januar 2009.
Der Tonkünstlerverband Baden-Württemberg dankt Ines Stricker für die wertvolle Arbeit. Zur Veröffentlichung bestimmte Beiträge unserer Regionalverbände und Mitglieder sollten bis auf weiteres per E-Mail beziehungsweise Postweg direkt der Geschäftsstelle des Tonkünstlerverbandes BW zugeleitet werden. rh
Graf zum Achtzigsten
Der schweizerische Flötist Peter-Lukas Graf beging am 5. Januar 2008 seinen achtzigsten Geburtstag. Graf studierte Flöte in Zürich bei André Jaunet sowie in Paris bei Marcel Moyse und Roger Cortet und erhielt am Conservatoire national de Paris den Ersten Preis als Flötist und das Diplom als Dirigent. Außerdem gewann Graf den Ersten Preis am Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München und den Bablock Preis des H. Cohen International Music Award in London. Seit 1973 ist er Dozent für Flöte an der Musik-Akademie der Stadt Basel und lebt in Binningen.
Auszeichnung für Kuhn
Der Vorsitzende der Bundes-Eltern-Vertretung der Musikschulen im VdM, Walter Kuhn, ist aufgrund seiner besonderen Verdienste um das Land Mecklenburg-Vorpommern und seiner Bevölkerung mit dem Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Erwin Sellering verlieh Kuhn die Auszeichnung am 12. Januar 2009 im Rahmen seines Neujahrsempfangs in der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Kuhn setzt sich in diesem Amt wie auch im Vorstand des Landesverbandes der Musikschulen Mecklenburg-Vorpommern bereits seit vielen Jahren für die Optimierung der Rahmenbedingungen für die öffentlichen Musikschulen im VdM und ihre gesetzliche Verankerung als Teil des öffentlichen Bildungssystems ein.