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Personalia 2009/04

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Deutscher Musikwettbewerb - Jin Wang - Wilm Müller - Georg Oeller - José Antonio Abreu

Deutscher Musikwettbewerb 2009 in Berlin

Die drei Gewinner und sechzehn Stipendiaten erhielten Preisgelder in Höhe von insgesamt 60.000 Euro

Im Kräftemessen um den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs 2009 entschieden eine Violinistin, ein Klavierpartner Lied sowie ein Duo Violoncello-Klavier die diesjährige Klassik-Meisterschaft für sich. Die Entscheidung über die Vergabe der diesjährigen Preise fiel in den Schlussrunden für Kammermusik und im Rahmen der zwei Orchesterfinals Mitte März in Berlin.

Drei Interpreten überzeugten schließlich die rund 30-köpfige Gesamtjury und wurden für ihre herausragenden Leistungen mit dem Preis des Deutschen Musikwettbewerbs belohnt: Byol Kang, Violine (Köln/NRW), Boris Kusnezow, Klavierpartner Lied (Langenhagen/Niedersachsen) und das Duo Staemmler, Duo Violoncello-Klavier (Berlin/Berlin).

16 weitere Spitzenmusiker und Ensembles erspielten sich ein Stipendium. Sie werden nun zusammen mit den Preisträgern vorgeschlagen für die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler, einem Förderprogramm des Deutschen Musikwettbewerbs, das inzwischen seit über 50 Jahren existiert und damit ältestes Projekt des Deutschen Musikrats ist. Zu den Stipendiaten zählen: Korbinian Altenberger (Violine), Benedikt Schneider (Viola), Wieland Bachmann (Kontrabass), Alexandra Hengstebeck (Kontrabass), Markus Krusche (Klarinette), Dawid Jarzynski (Klarinette), Daniel Mohrmann (Fagott), Christoph Eß (Horn), Lars Niederstrasser (Saxophon), Patrick Stadler (Saxophon), Petra Marianowski (Cembalo), Yvonne Gesler (Klavier), Duo Rauh/Nies (Violocello/Klavier), Amaryllis Quartett, duo imPuls (Klavierduo) und die Hofkapelle Schloss Seehaus (Ensemble für Alte Musik).

Preisträger in neuer Sparte „Komposition“

Aus dem vom Deutschen Musikrat in Kooperation mit der Philharmonie
Essen und Deutschlandfunk (DLF) initiierten Kompositionswettbewerb für die Besetzungen Duo Klarinette/Klavier und Saxophonquartett gingen gleich zwei Preisträger hervor.

Der gerade 21-jährige Malte Giesen sowie Martin Sadowski teilen sich für ihre Stücke „Insomnia“ und „Sonata quasi una fantasia per clarinetto in Sib e Pianoforte“ den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis des Deutschen Musikwettbewerbs Komposition (Preis der Philharmonie Essen). Giesen und Sadowski studieren Komposition an den Musikhochschulen Stuttgart und Darmstadt. Darüber hinaus wurde Bowen Liu für sein Werk „Out of Frame“ mit einem Kompositionsauftrag des Deutschlandfunks in Höhe von 1.500 Euro belohnt. Die Uraufführung der ausgezeichneten Kompositionen samt Preisverleihung erfolgt am 16. Mai 2009 in der Philharmonie Essen.

Ziel des erstmalig ausgeschriebenen Wettbewerbs ist die Schaffung neuer Werke für ausgewählte Kammermusikbesetzungen und deren Verbreitung im Rahmen des DMW und der Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler.

Ermittlungen gegen Jin Wang wieder aufgenommen

Die juristische Auseinandersetzung zwischen der Stadt Würzburg und ihrem entlassenen Generalmusikdirektor Jin Wang ist beigelegt. Nach längeren Verhandlungen folgten die Parteien dem Vorschlag des Münchner Bühnenschiedsgerichts und einigten sich anstelle der fristlosen Kündigung rückwirkend auf eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum 31. Dezember 2008. Außerdem erhält Wang eine Abfindung in Höhe von 105.000 Euro.

Wie die nmz berichtet hatte, war Wang im November zunächst beurlaubt und kurze Zeit später fristlos entlassen worden. Das Philharmonische Orchester Würzburg hatte sich in einer Abstimmung mit großer Mehrheit gegen eine Verlängerung des Engagements des 48-Jährigen ausgesprochen.

Noch nicht abgeschlossen sind die Ermittlungen der Würzburger Staatsanwaltschaft gegen den Dirigenten wegen des Verdachts der „versuchten Nötigung zu einer sexuellen Handlung“, der bei der Kündigung eine wichtige Rolle spielte. Betroffen ist eine Orchester-Aushilfe. Nachdem sich Wang zunächst bereiterklärt hatte, 5.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zu überweisen, war das Ermittlungsverfahren vorläufig eingestellt worden. Da Wang die Vorwürfe jedoch zurückwies und auch nicht bezahlte, nahm die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen wieder auf.

Wilm Müller Leiter des Hochbegabtenzentrums

An der Franz Liszt-Musikhochschule in Weimar wurde Christian Wilm Müller zum neuen Künstlerischen Leiter des neuen Hochbegabtenzentrums bestellt. Er tritt die Nachfolge von Bettina Born an. Das Hochbegabtenzentrum mit dem Musikgymnasium Belvedere versteht sich als ein Institut der Musikhochschule, deren Lehrkräfte für die künstlerische Ausbildung und die nahtlose Weiterführung im Hochschulstudium sorgen.

Neues Mitglied im GEMA-Vorstand

Georg Oeller tritt im Sommer die Nachfolge von Jürgen Becker an

Georg Oeller wird zum 1. August 2009 neues Mitglied des GEMA-Vorstands. Er folgt damit Jürgen Becker, der zum 31. Juli in den Ruhestand tritt. Der Aufsichtsrat habe Oeller einstimmig als neues Vorstandsmitglied benannt, heißt es in einer Pre-ssemitteilung der GEMA. Der gelernte Bankkaufmann und Rechtsanwalt Georg Oeller ist seit 1995 für die GEMA tätig und seit 2002 als Direktor für die Bereiche Abrechnung II und Ausland verantwortlich. Vorstandsvorsitzender Harald Heker begrüßte die Entscheidung des Aufsichtsrats: „Mit Georg Oeller wird der Vorstand durch einen ausgewiesenen GEMA-Experten bereichert, der insbesondere auch im Auslandsgeschäft sehr erfahren ist. Die Aufgaben der GEMA und der Verwertungsgesellschaften allgemein werden zunehmend komplexer und internationaler, die Berufung von Herrn Oeller in den Vorstand ist deshalb eine zukunftsweisende Entscheidung des Aufsichtsrats.“ Mit Georg Oeller tritt eine junge, ebenso musik- wie wirtschaftskundige Persönlichkeit in die Verantwortung, unter anderem im Bereich der Auslands-Repräsentanz.

Wirken um die Jugend Venezuelas

Frankfurter Musikpreis 2009 geht an José Antonio Abreu

Den Frankfurter Musikpreis 2009 erhält der venezolanische Komponist, Musiker und Wirtschaftswissen-schaftler José Antonio Abreu. Die Auszeichnung wird ihm für sein Wirken um die Jugend in Venezuela zugesprochen. Abreus Leben und Werk sind eng verbunden mit der musikalischen Kinder- und Jugendförderung in Venezuela, dem Sistema de las Orquestas Juveniles e Infantiles de Venezuela, das er begründete.

Der Frankfurter Musikpreis wird am Vorabend der Musikmesse, 31. März 2009, verliehen. Der mit 15.000 Euro dotierte Künstlerpreis ist vom Bundesverband der Deutschen Musikinstrumenten-Hersteller e.V. (BDMH) und der Messe Frankfurt gestiftet. Bereits am 14. März wurden José Antonio Abreu und sein Präsident Hugo Chavez Frias mit dem internationalen Positiv-Preis „Blue Planet Award“ 2008 für herausragenden Einsatz zum Erhalt und zur Rettung des „Blauen Planeten“ der „ethecon“- Stiftung Ethik & Ökonomie in Berlin ausgezeichnet. 29 Millionen Euro stellt Staatspräsident Chavez jährlich für dieses Projekt zur Verfügung, inzwischen lernen 250.000 Kinder in Venezuela auf einem Instrument zu spielen.

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