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Die neue musikzeitung hat ihre interaktiven Tätigkeiten ausgeweitet. Mit dem Kulturinformationszentrum stellen wir die engagierte Diskussion in das Zentrum der Aktivitäten im Netz. An dieser Stelle können Fragen gestellt, Informationen verbreitet und die Arbeiten anderer kultureller Initiativen zur Darstellung gebracht werden.
Die neue musikzeitung hat ihre interaktiven Tätigkeiten ausgeweitet. Mit dem Kulturinformationszentrum stellen wir die engagierte Diskussion in das Zentrum der Aktivitäten im Netz. An dieser Stelle können Fragen gestellt, Informationen verbreitet und die Arbeiten anderer kultureller Initiativen zur Darstellung gebracht werden. Kulturinformationszentrum Aktuelle Beiträge aus dem Kulturinformationszentrum: Nachrichten aus der neuen musikzeitung 2000/10: Premieren-Pas-de-deux in der Staatsoper Stuttgart Uraufführung von Adriana Hölszkys Oper „Giuseppe e Sylvia“ Ü berrascht und überwältigt vom einhelligen Beifall des Premierenpublikums retten sich Komponistin Adriana Hölszky und Regisseur Hans Neuenfels auf der Bühne der Stuttgarter Staatsoper in ein übermütiges Tänzchen. Anlass des Freuden-Pas-de-deux war die Uraufführung der neuen Hölszky-Oper „Giuseppe e Sylvia“, die Neuenfels nicht nur inszenierte, sondern für die er auch das Libretto nach einer eigenen Erzählung gleichen Titels schrieb. Dem Jubel des Publikums entsprach allerdings nicht unbedingt die Reaktion der Kritik. Viele Rezensionen ließen bei allem Respekt vor Hölszky und Neuenfels auch Distanziertheit spüren. Die nmz wird über die Oper und deren erste szenisch-musikalische Realisierung berichten. Foto: C. Oswald Nida-Rümelin folgt Naumann Über die Rücktrittsgründe des „Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien“, Michael Naumann, wurde bereits viel spekuliert: Hatte er sich mit seinen Auslassungen über die Kulturhoheit der Länder (Stichwort „Verfassungsfolkore“) unmöglich gemacht, oder war das Angebot als Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“, bei der er bereits früher das Dossier betreut hatte, so verlo- ckend? Bekannt ist, dass die kulturpolitische Tagesarbeit dem Journalisten und Verlagsmenschen Naumann stets fremd geblieben war. Das hat er mit seinem Nachfolger Julian Nida-Rümelin (unser Bild) gemeinsam, der sich in seiner zweijährigen Amtsperiode als Münchner Kulturreferent ebenfalls einen Ruf als „Schöngeist“ erworben hat. Zu den positiven Resultaten der Arbeit des 46-jährigen Philosophie-Professors kann die Strukturreform gezählt werden, die er in der Münchener Kulturverwaltung durchführte. Auch bei seinen Lieblingsprojekten, der Präsentation von Kunst im öffentlichen Raum, zeigte er Durchsetzungsvermögen und Beharrlichkeit. Außerdem setzte er mit öffentlichen Kulturveranstaltungen Zeichen gegen rechtsextremistische Gewalt. In die Kritik kam Nida-Rümelin wegen eines Skandals um den Umbau der Kammerspiele. Ist Naumann eher in der Literatur zu Hause, so spielt diese Rolle für Nida-Rümelin die bildende Kunst. Die anderen Künste, insbesondere die Musik, scheinen ihm leider (noch) keine Herzensangelegenheit zu sein. Foto: Elisabeth Dörflinger Bengt Hambraeus Am 21. September dieses Jahres verstarb im Alter von 72 Jahren der schwedische Komponist, Organist und Musikwissenschaftler Bengt Hambraeus in seiner Wahlheimat Kanada. Mit ihm geht einer der bedeutendsten zeitgenössischen Tonschöpfer Skandinaviens, der entscheidende Auswirkungen auf die Musikgeschichte, unter anderem auf György Ligeti, hatte. Herbert Brün Der 1918 in Berlin geborene Komponist war einer jener Unglücklichen, die aus ihrer Heimat emigrieren mussten (Brün ging 1936 nach Israel), mit der Folge, dass seine Musik im deutschen Konzertleben bis heute kaum wahrgenommen wird. Dabei zählte er in den 50er-Jahren mit wissenschaftlicher und kompositorischer Arbeit an den Studios in Köln, München und Paris zu den Pionieren der elektronischen Musik und schuf bis zuletzt (mit Hilfe seines Klang-Synthese-Programms Sawdust) hoch spannende Computermusik. Von heiligem Unernst sind seine teils lakonischen, teils poetischen Werkkommentare, etwa zu seinem op.1: „Mein erster, und wie ich heute weiß erfolgreicher Versuch, der Verachtung zu begegnen, welche Tonalität gegen mich und ihre Liebhaber hegte.“ Brün hatte von 1962 an eine Professur an der University of Illinois in Urbana inne, wo er bis ins hohe Alter unterrichtete und auch als Ensembleleiter, Textautor, Darsteller und Musiker wirkte. Herbert Brün starb Anfang November im Alter von 82 Jahren. mz Jimmie Davis Ein Jahrhundert-Gassenhauer machte ihn schon zu Lebzeiten unsterblich: „You Are My Sunshine“. Ein Lied, das im Herbst 2000 weltweit wieder durch die Kinos und Chill-Out-Clubs spukte – Dank den Coen-Brothers und ihrer wunderbaren Hommage an die Roots der amerikanischen Popmusik: „O Brother, Where Art Thou?“ Jimmie Davis war das älteste von elf Kindern eines Farmers aus Louisiana. Populär wurde er jedoch erst Ende der 30er als „singender Cowboy“, als Konkurrent von Gene Autry und Roy Rogers. Mit „You Are My Sunshine“ zog er 1944 schließlich in den Wahlkampf – und gewann. 1960 wurde er zum zweiten Mal Gouverneur von Louisiana. Zwei Jahre später stand der Song erneut in den Hitparaden, seelenvoll gesungen von Ray Charles. Zuletzt hatte Jimmie Davis seinen Hit gläubig umgetitelt: „Christ Is My Sunshine“. Jimmie Davis starb am 6. November in Baton Rouge, im Alter von (vermutlich) 101 Jahren. vr Julie London 1956 stahl Julie London in der Frank-Tashlin-Komödie „The Girl Can’t Help It“ der Sexbombe Jayne Mansfield für einen Moment die Schau, als sie einen Song für die Ewigkeit zärtlich ins Mikrofon hauchte: „Cry Me A River“. Begleitet wurde sie bei ihrem Lied von dem wunderbaren Gitarristen Barney Kessel und dem Bassisten Ray Leatherwood. Zusammen mit ihren Komplizen nahm sie ein intimes Album auf, das im Amerika der Fifties in fast jedem Junggesellenhaushalt einen Ehrenplatz hatte, neben den klassischen Frank-Sinatra-Platten: „Julie Is Her Name“. Angefangen hatte der kalifornische Rotschopf Mitte der 40er-Jahre als Schauspielerin in zweitklassigen Filmen. Doch als sie den Jazzmusiker Bobby Troup („Route 66“) kennenlernte, widmete sie sich immer mehr dem Gesang. Für „Liberty Records“ nahm sie bis 1967 über 30 exzellente „Torch Song“-Alben auf, immer begleitet von den besten Hollywood-Jazzern, von Howard Roberts über Jimmy Rowles bis Gerald Wilson. Mit ihrer dünnen Mezzo-Stimme veredelte sie cool und lässig Klassiker des Great American Songbook wie „Blue Moon“ oder Neal Heftis „Girl Talk“. Sie war das „lonely girl“ par excellence, die Verkörperung von „love on the rocks“, die pure Stimme. „My Funny Valentine“ war 1981 ihr Schwanengesang. Julie London starb am 18. Oktober 74-jährig in Encino, Kalifornien. vr Musikpreis 2000 Rolf Zuckowski bekommt den Deutschen Musikpreis 2000. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Mark dotiert, teilte der Deutsche Musikverleger-Verband (DMV) in Bonn mit. Der Hamburger Komponist, Texter, Interpret und Musikproduzent habe sich in vielfacher Weise um das Liedgut für Kinder verdient gemacht.