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Die neue musikzeitung hat ihre interaktiven Tätigkeiten ausgeweitet. Mit dem Kulturinformationszentrum stellen wir die engagierte Diskussion in das Zentrum der Aktivitäten im Netz. An dieser Stelle können Fragen gestellt, Informationen verbreitet und die Arbeiten anderer kultureller Initiativen zur Darstellung gebracht werden.

Die neue musikzeitung hat ihre interaktiven Tätigkeiten ausgeweitet. Mit dem Kulturinformationszentrum stellen wir die engagierte Diskussion in das Zentrum der Aktivitäten im Netz. An dieser Stelle können Fragen gestellt, Informationen verbreitet und die Arbeiten anderer kultureller Initiativen zur Darstellung gebracht werden.Im Sinne der Urheber kooperieren
Polnischer Verdienstorden für Reinhold Kreile

Dem Vorstandsvorsitzenden der GEMA, Reinhold Kreile (re.), wurde vom polnischen Staatspräsidenten Alexander Kwasniewski das Kommandeurkreuz des Verdienstordens der Republik Polen verliehen. Kreile erhielt die Auszeichnung in Anerkennung seiner Verdienste für die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen im Bereich der kulturellen Zusammenarbeit. Der Orden gilt als eine der höchsten staatlichen Auszeichnungen Polens und wird an ausländische Persönlichkeiten nur selten vergeben. Im September vergangenen Jahres unterstrich Kreile beim Symposium „Rahmenbedingungen für die Förderung von Kultur: Musik im 21. Jahrhundert“ in Warschau die Notwendigkeit einer engen Kooperation der Urheberrechtsgesellschaften in Europa angesichts der weltumspannenden Kommunikationstechnologie. Er sah im Gedeihen der kulturellen Beziehungen zu Polen auch den Schlüssel für eine stabile Urheberrechtskultur in Europa.


Der Ring steckt noch in der Fassade
Zum überraschenden Tod von Herbert Wernicke

Herbert Wernicke ist tot. Selten hat eine Nachricht so verstörend gewirkt, wie die unerwartete Todesmeldung aus Basel. In Basel hatte Herbert Wernicke seinen Wohnsitz, das Basler Theater bildete inmitten der Welt-Theater-Landschaft, die der Regisseur in einem Vierteljahrhundert in immer weiter ausgreifenden Kreisen durchschritt, den ruhenden Pol. Wernickes erste Operninszenierung sah man 1978 in Darmstadt. Kurt Horres hatte dem jungen Bühnenbildner Händels „Belsazar“ für eine szenische Realisation anvertraut. Juden werden wie Freiwild über die Bühne gejagt, Angst und Schrecken verzerren die Gesichter und Gebärden, und die Herrschenden fressen und saufen ungeniert, bis das fatale Menetekelzeichen auf der Wand erscheint. Da war schon die Pranke des neuen Regisseurs für das gegenwärtige Musiktheater, der zugleich als sein eigener Bühnen- und Kostümbildner agierte. Der Sohn eines Gemälderestaurators, 1946 in Auggen im Schwarzwald geboren, schrieb fortan mit jeder seiner Inszenierungen an der Operngeschichte mit. Man könnte unendlich fortfahren in der Beschreibung von Herbert Wernickes Szenenkunst. Gleichsam als Zusammenfassung aller Perspektiven geriet Wagners „Ring des Nibelungen“, für Brüssel entworfen und auch in Frankfurt gezeigt. Wernicke fasste in den Bildern in filmischer Manier und in einem symbolträchtigen Einheitsraum (Hitlers Berghof mit Blick aufs Alpenpanorama) nicht nur die Rezeptionsgeschichte des „Rings“ zusammen, sondern zugleich deutsche Geschichte überhaupt. Manchmal musste man lachen, aber das Lachen blieb einem meist im Halse stecken. Unter dem schwarzen Flügel im Salon (Symbol bürgerlicher deutscher Musikkultur), stapelten sich im Verlauf der vier Abende die Leichen der Erschlagenen: Die andere Seite der „Musikkultur“. Gerade hatte Wernicke begonnen, an der Münchner Oper einen neuen „Ring“ zu erarbeiten. Das „Rheingold“ zeigte den vorsichtigen Beginn einer Variation der Brüsseler Vorlage. Die „Walküre“ soll nach den Entwürfen noch im Juni zu den Münchner Festspielen folgen. Was aber dann? Das wissen wohl nur die Nornen.
Gerhard Rohde

Abbados Abschied
Der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado (68), ist zum Ende seiner zwölfjährigen Amtszeit für sein Lebenswerk mit dem Preis der deutschen Kritiker ausgezeichnet worden. „Unser Preis gilt einem Künstler von Jahrhundertrang, der in vielen Kulturstädten Europas und darüber hinaus seine Spuren hinterlassen hat“, heißt es in der Begründung. Bei der Preisübergabe im Anschluss an eine Orchesterprobe in der Philharmonie spendeten die Musiker ihrem Chef lang anhaltenden Beifall. Mit Dimitri Schostakowitschs Klängen zum sowjetischen Shakespeare-Film „König Lear“ wird sich der Maestro von Berlin verabschieden. Auf die Frage, wie seine Zukunft aussehe, sagte er: „Ich habe meine Musik, meine Bücher, meine Familie, meine Enkelkinder.“

Späte Ehre für Marlene
Zehn Jahre nach ihrem Tod soll Marlene Dietrich Ehrenbürgerin ihrer Heimatstadt Berlin werden. Die Auszeichnung solle ihr angesichts „ihrer Bedeutung als Künstlerin und ihres Einsatzes als Botschafterin für ein demokratisches, freiheitliches und humanes Deutschland“ verliehen werden, heißt es. Dies sei eine Würdigung ihres Lebenswerkes und Zeichen einer Aussöhnung. Berlin – Hollywood – Paris – Berlin: Marlene Dietrich wurde 1901 in Berlin-Schöneberg geboren. Während des Zweiten Weltkrieges stellte sich die entschiedene Nazi-Gegnerin auf die Seite der Alliierten – ein Engagement, das ihr von einigen Berlinern später übel genommen wurde. Als sie 1960 für einige Auftritte als Sängerin nach Berlin kam, wurde sie als „Vaterlandsverräterin“ beschimpft.


Jörg-Peter Weigle, Generalmusikdirektor und Chefdirigent der Stuttgarter Philharmoniker, tritt zurück. Dem Orchester waren zwei Personalstellen oder entsprechend höhere Zuschüsse verweigert worden. Damit ist nach Ansicht Weigles das von Stadt und Land geforderte Entwicklungskonzept des Orchesters nicht mehr umsetzbar.

Rösch ans Orff-Zentrum
Nach Abstimmung mit der Carl Orff-Stiftung tritt Thomas Rösch ab Oktober die Nachfolge des aus Altersgründen ausgeschiedenen Hans Jörg Jans als Leiter des Münchner Orff-Zentrums an. Rösch studierte Musikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität sowie an der University of California in Los Angeles. Er promovierte mit einer Dissertation über „Die Musik in den Griechendramen von Carl Orff“. Als Stipendiat der Carl-Orff-Stiftung arbeitet er an einer zweibändigen Monografie über Carl Orff mit.

Die Botschafter
Kurt Masur erhielt als „musikalischer Botschafter Deutschlands“ das große Verdienstkreuz mit Stern. Auch Peter Zadek, Intendant und Regisseur, wurde mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet.

Wittgen 70 Jahre
Am 19. April feierte Hans-Henning Wittgen seinen 70. Geburtstag. Aufgrund seiner Verdienste wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Über 35 Jahre war er Geschäftsführer des Deutschen Musikverlegerverbandes, des Gesamtverbandes Deutscher Musikfachgeschäfte (GDM) und des Fachverbandes Deutsche Klavierindustrie. 1997 gab Wittgen die Leitung der Musikverbände ab. Vom GDM sowie vom Deutschen Musikrat wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Wittgen nimmt auch heute noch regen Anteil an der Musikszene.
Einen Gesetzentwurf zur Regelung der Preisbindung bei Verlagserzeugnissen haben die Koalitionsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen vorgelegt. Danach soll jeder, der Bücher verlegt oder importiert, verpflichtet werden, einen Endpreis für die Ausgabe eines Buches für den Verkauf an Letztabnehmer festzusetzen. Das bisherige System der Buchpreisbindung beruht auf der freiwilligen Absprache zwischen Verlagen und Endverkäufern. Diese werde auf europäischer Ebene „sehr kritisch“ gesehen. Daher bestehe ein dringendes Bedürfnis, dieses System durch eine zwingende gesetzliche Regelung zu ersetzen, der keine kartellrechtlichen Bedenken entgegenstehen würden.

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