Hauptrubrik
Banner Full-Size

Quander will nicht mehr Opernintendant in Stuttgart werden [update 21.7.]

Autor
Publikationsdatum
Body

Stuttgart/Köln - Nach den Querelen um die Neubesetzung des Amts des Stuttgarter Opernintendanten will der bisher einzige Nachfolgekandidat Georg Quander nicht mehr antreten. Der derzeitige Kölner Kulturdezernent Quander habe nach einem Telefonat mit Baden-Württembergs Kunstminister Peter Frankenberg (CDU) angekündigt, «für das Amt nicht mehr zur Verfügung zu stehen», teilte das Kunstministerium am Montag in Stuttgart mit.

Frankenberg habe entschieden, «im Interesse einer möglichst einvernehmlichen Lösung» dem Verwaltungsrat in der Sitzung am 27. Juli keinen Vorschlag für die Wahl eines neuen Opernintendanten zu unterbreiten, hieß es weiter. Ziel bleibe, möglichst rasch eine Entscheidung zu treffen. Ob die Entscheidung Frankenbergs, am 27. Juli nun doch keinen Nachfolger zu präsentieren, aufgrund von Quanders Rückzug gefallen ist oder umgekehrt, konnte das Ministerium auf Anfrage zunächst nicht beantworten.

Frankenberg war wegen des Verfahrens um die Neubesetzung des Amts heftig in die Kritik geraten. Er hatte dem Verwaltungsrat des Staatstheaters Stuttgart Anfang Juli ohne Rücksprache mit den anderen Intendanten des Hauses Quander als potenziellen Nachfolger von Opernintendant Albrecht Puhlmann vorgestellt. Puhlmanns Vertrag läuft bis Sommer 2011 und wird nach einem einstimmigen Beschluss des Verwaltungsrats nicht verlängert.

Frankenberg hatte das Vorgehen damit gerechtfertigt, dass bis zum Wechsel 2011 nur wenig Zeit bleibe und deshalb «vorsondiert» worden sei. Dabei habe sich Quander als am meisten geeignet herausgestellt, zumal er verfügbar sei. Die Personalentscheidung hätte nach dem Willen des Ministers eigentlich am 27. Juli fallen sollen.

Die SPD-Landtagsfraktion beantragt in der Plenarsitzung Ende Juli die Entlassung Frankenbergs, weil die Angelegenheit «das Fass zum Überlaufen gebracht» habe. Aus Sicht der SPD ist das Verfahren um die Puhlmann-Nachfolge die jüngste einer Reihe von Pannen des Ministers.

Der kulturpolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Jürgen Walter, sagte, Quanders Verzicht gehe in «die Reihe der Fehlleistungen des Kunstministers Frankenberg» ein. «Die Trennung vom aktuellen Intendanten Puhlmann, die Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit, die Bekanntgabe des vermeidlichen Nachfolgers Quander ist eine einzige Aneinanderreihung von Pleiten, Pech und Pannen.»

[update 21.7.]: Staatstheater-Verwaltungsratssitzung wird verschoben
Stuttgart (ddp). Nach den Querelen um die Neubesetzung des Amtes des Stuttgarter Opernintendanten hat das baden-württembergische Kunstministerium eine für 27. Juli geplante Verwaltungsratssitzung der Württembergischen Staatstheater verschoben. Das Treffen finde voraussichtlich erst nach der Sommerpause statt, sagte ein Ministeriumssprecher auf ddp-Anfrage am Dienstag in Stuttgart. Ein Termin stehe noch nicht fest.

Auf der Sitzung hatte ursprünglich nach dem Willen von Kunstminister Peter Frankenberg (CDU) eine Entscheidung über die Neubesetzung des Amts fallen sollen. Als einzigen bisher bekannten Kandidaten hätte der Minister den derzeitigen Kölner Kulturdezernenten Georg Quander präsentieren wollen.

Am Montag hatte das Ministerium allerdings überraschend bekanntgegeben, dass auf der Sitzung im "Interesse einer möglichst einvernehmlichen Lösung» doch kein Kandidat präsentiert werden soll. Zugleich hatte Quander angekündigt, nicht mehr für das Amt zur Verfügung zu stehen. Nach ddp-Informationen basierte Quanders Entscheidung auf der Ankündigung des Ministers, ihn am 27. Juli nicht als Kandidaten vorzuschlagen.

Frankenberg war wegen des Verfahrens um die Neubesetzung des Amtes in die Kritik geraten. Er hatte dem Verwaltungsrat des Staatstheaters Stuttgart Anfang Juli ohne Rücksprache mit den anderen Intendanten des Hauses Quander als potenziellen Nachfolger von Opernintendant Albrecht Puhlmann vorgestellt, dessen Vertrag bis Sommer 2011 läuft.

Quanders Rückzug brachte Frankenberg erneut in die Kritik. Der Minister betonte jedoch in den «Stuttgarter Nachrichten» (Dienstagausgabe): «Es ist ganz normal, dass ein Kandidat nicht zur Verfügung steht. Ich sehe da keine negative Verbindung mit mir.» Die SPD will im Landtag Frankenbergs Entlassung beantragen.


 


 

Ort
Autor
Musikgenre