Köln - Die frühere CDU-Europaabgeordnete Ruth Hieronymi ist am Mittwochabend zur neuen Vorsitzenden des WDR-Rundfunkrats gewählt worden. Sie gehört dem Gremium bereits seit 1991 an. «Ich bekenne mich ausdrücklich zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk als Garant der Rundfunkfreiheit und wichtigem Faktor der demokratischen Meinungsbildung», sagte Hieronymi.
Durch das Internet und die digitale Wirtschaft stehe der öffentlich-rechtliche Rundfunk vor immensen wirtschaftlichen und publizistischen Herausforderungen. «Dem WDR als Flaggschiff der Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland und Europa kommt bei der Bewältigung der sich daraus ergebenden Aufgaben eine besondere Verantwortung zu.» Hieronymis Stellvertreter ist der Vertreter der Evangelischen Kirchen in NRW, Friedhelm Wixforth.
Die 1947 in Bonn geborene Hieronymi war unter anderem 14 Jahre Mitglied im Landtag Nordrhein-Westfalen. Sie ist Nachfolgerin von Reinhard Grätz, der den WDR-Gremien mehr als 30 Jahre angehörte und den Rundfunkrat 24 Jahre leitete.
WDR-Intendantin Monika Piel nannte bei der Rundfunkratssitzung die Weiterentwicklung der WDR-Internetangebote und die verbesserte Ansprache jüngeren Publikums als wichtige Themen für das kommende Jahr. Die wohl größte Herausforderung sei jedoch die Bewältigung der zunehmend schwierigen finanziellen Situation aufgrund rückläufiger Gebühren-, Werbe- und Zinseinnahmen, sagte Piel. Daher müsse der in diesem Jahr eingeleitete Sparkurs fortgesetzt und sogar intensiviert werden.
Die Wahl des Rundfunkratsvorsitzenden war die erste Amtshandlung des 11. Rundfunkrates, der sich am Mittwoch konstituiert hatte. Dem Gremium gehören laut WDR-Gesetz Vertreterinnen und Vertreter von 43 gesellschaftlich-relevanten Gruppen, Organisationen und Institutionen an. 21 Mitglieder waren schon beim 10. Rundfunkrat dabei.