Salzburg - Die Salzburger Festspiele werden ab 2011 von einer Doppelspitze geleitet. Während der künftige Intendant Alexander Pereira ab Oktober 2011 für den gesamten künstlerischen Bereich inklusive des Konzertprogramms verantwortlich ist, obliegen Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler dann auch die kaufmännischen Angelegenheiten inklusive des Kartenbüros. Auf diese neue Aufgabenteilung an der Spitze der Festspiele verständigte sich das Festspiel-Kuratorium in Salzburg.
Rabl-Stadlers Vertrag wurde bis 2014 verlängert. Die frühere Unternehmerin und Ex-Politikerin steht seit 1995 an der Spitze des weltweit bedeutendsten Musik- und Theaterfestivals. Turnusgemäß übernimmt die Salzburger SPÖ-Landeshauptfrau (Ministerpräsidentin) Gaby Burgstaller ab 2010 den Vorsitz des Kuratoriums, einer Art politischem Aufsichtsrat der Festspiele.
Die Position eines Kaufmännischen Direktors wird es in Zukunft nicht mehr geben. Der bisherige Amtsinhaber Gerbert Schwaighofer verlässt Ende 2010 die Festspiele. Das Kuratorium einigte sich darauf, dass Konzertchef Markus Hinterhäuser ab Oktober 2010 für ein Jahr Intendant des Festivals wird, bevor Pereira, zurzeit noch Chef des Züricher Opernhauses, zum 1. Oktober 2011 diese Aufgabe übernimmt.
Die einjährige Vakanz war entstanden, weil Jürgen Flimm seinen Vertrag als Festspielintendant vorzeitig gelöst hatte. Der 68-jährige Kulturmanager versieht seit 2006 dieses Amt und verabschiedet sich mit Ende der nächsten Festspielsaison, in der unter anderem das 90-jährige Bestehen der Salzburger Festspiele gefeiert wird, von der österreichischen Kulturmetropole. Flimm wird ab Herbst 2010 neuer Intendant der Berliner Staatsoper Unter den Linden.