Mailand - Der Chef der Salzburger Festspiele, Alexander Pereira (65), wird nächster Intendant der Mailänder Scala. Das habe der Aufsichtsrat des Mailänder Hauses am Dienstag einstimmig entschieden, bestätigte ein Sprecher der Oper. Er werde seine neue Aufgabe 2015 antreten. Pereira löst dann den Franzosen Stéphane Lissner an der Spitze des führenden italienischen Opernhauses ab.
Damit muss sich die Mozartstadt bereits nach einer Saison Pereiras nach einem neuen Intendanten umsehen. Eigentlich ist Pereira dort noch bis 2016 vertraglich gebunden. Er sei enttäuscht darüber, dass Pereira bereits vor seiner zweiten Saison in Salzburg seinen Abgang nach Mailand fixiert habe, sagte Salzburgs Bürgermeister und Mitglied im Festspiel-Kuratorium, Heinz Schaden, der österreichischen Nachrichtenagentur APA: «Die Entscheidung ist jetzt also gefallen, sie lag ohnehin seit langem in der Luft. Aber zugleich bin ich froh und erleichtert, dass jetzt auch Klarheit herrscht.»
Der Intendant ist in Salzburg umstritten: Kritiker werfen ihm vor, zu sehr auf den kommerziellen Aspekt des Traditionsfestivals zu achten und künstlerisch keine klare Linie zu haben. Zuletzt stritt er sich offen mit dem Festspiel-Kuratorium über die Finanzierung und drohte, nach Mailand zu wechseln.
Nun kehrt der Wiener Salzburg wohl vorzeitig den Rücken: «Ich kann definitiv ausschließen, dass die Intendanz in Mailand und in Salzburg parallel gemacht werden können», sagte Schaden. Es gehe jetzt darum, den Abschied zivilisiert über die Bühne zu bringen. Für den Festspielsommer 2013 sei bereits alles vorbereitet, aber dass Pereira auch 2014 verantworten werde, könne er sich schwer vorstellen. Eine offizielle Stellungnahme der Salzburger Festspiele lag bis zum Abendnicht vor.
Der Österreicher gilt als versierter Kulturmanager mit guten Verbindungen zu großzügigen Geldgebern. Vor seiner Zeit in Salzburg leitete er lange die Züricher Oper und rettete sie aus einer finanziellen wie künstlerischen Misere. Pereira war einer der Favoriten für das Amt an der Spitze der Scala. Im Rennen sei unter anderen noch der Intendant des Piccolo Teatro in Mailand, Sergio Escobar, gewesen, hatte die Zeitung «Corriere della Sera» vor der Sitzung berichtet.