Hauptbild
Eingespieltes Team: Ada Aria und Ead Anner Rückschloß. Fotos: privat
Eingespieltes Team: Ada Aria und Ead Anner Rückschloß. Fotos: privat
Hauptrubrik
Banner Full-Size

Musik in die Wiege gelegt

Untertitel
Die Geschwister Ead Anner und Ada Aria Rückschloß
Publikationsdatum
Body

Die Konzerte mit jungen Talenten im Kurhaus Meran und im Kongresshaus Davos während der Pharmacon-Kongresse der Bundesapothekerkammer haben bereits eine lange Tradition. Bundespreisträger der Wettbewerbe „Jugend musiziert“ werden dort seit 1996 mit Sonderpreisen ausgezeichnet, die neben einem Geldgewinn die Gelegenheit zu einer Konzertreise nach Südtirol beziehungsweise Davos beinhalten. Die Auszeichnungen sind in den letzten Jahren zu einer etablierten Fördermaßnahme des musikalischen Nachwuchses geworden. Neben der blutjungen Gitarristin Paulina Monno wurde im Mai 2013 in Meran ein besonderes Geschwisterpaar mit dem Preis bedacht.

Ada Aria, geboren 1994, und Ead Anner Rückschloß, geboren 1996, spielen nicht nur hervorragend und im Duo Klavier, sondern beherrschen jeder noch ein weiteres Instrument virtuos, was selbst in der Welt der Hochbegabten eine Besonderheit darstellt. Beide erhielten ihre erste musikalische Ausbildung bereits im Alter von drei Jahren. Dabei legen sie Wert auf die Tatsache, dass sie selbst unbedingt spielen wollten und nicht von ihren Eltern, selber beide Musiker, dazu gedrängt wurden. Ada Aria griff schon als Kleinkind nach einer Miniaturgeige am Weihnachtsbaum und wollte sie als Instrument benutzen. Mutter, Cellistin, und Vater, Organist und Pianist, förderten ihren begabten Nachwuchs selbstverständlich. Die ersten Jahre unterrichteten sie beide selber am Klavier, Ead Anner auch am Cello. Das Geigespielen lernte Ada Aria an der Musikschule.

Seit ihrem neunten beziehungsweise siebten Lebensjahr werden sie von renommierten Professoren musikalisch betreut. Ada Aria studiert Violine bei Julia Schröder (Musikhochschule Freiburg) und Klavier bei Friedemann Rieger (Musikhochschule Stuttgart). Ead Anner, der noch zur Schule geht, ist Vorschüler an der Musikhochschule Freiburg. Er wird von Jean-Guihen Queyras (Violoncello) und Eric Le Sage (Klavier) unterrichtet. Ada Aria erhielt bei nationalen und internationalen Wettbewerben über 100, Ead Anner über 80 Preise und Auszeichnungen. Beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ 2012 wurden sie in den Kategorien „Klavier zu vier Händen“ und „Klavier und ein Streichinstrument“ jeweils mit einem 1. Preis und der Höchstpunktzahl 25 ausgezeichnet.

„Wir haben unser Leben lang Musik gehört, schon in der Wiege und vorher auch schon“, stellt Ada Aria fest. Und es war auch von Anfang an ganz normal, zwei Instrumente gleichzeitig zu lernen. Daher das mühelose „Umschalten“, das einen im Konzert richtiggehend fasziniert. Die zarte Ada Aria schlägt dabei auf dem Flügel einen überraschend kraftvollen Ton an, während Ead voller Gefühl auch am Cello brilliert. 

Ihre besonderen Vornamen haben übrigens eine lange Tradition. Ada ist ein biblischer Name aus dem Alten Tes­tament, Aria bedeutet Luft – beides wurde wegen der Musikalität ausgewählt. Ead ist ein alter deutscher Name, den einige Bischöfe früher trugen. Nach Vorbildern gefragt nennen beide spontan ihre Eltern und ihre Lehrer. Ada bekennt sich als großer Wagner-Fan, „ganz klar … Neue Musik liebe ich auch besonders, und wenn ich Schubert höre, finde ich den auch toll“.Die Teilnahme an Wettbewerben finden Ead und Ada wichtig. Sie spielen eine tragende Rolle in ihrem jungen Leben als Musiker, geben Anlass, sich besonders intensiv und gezielt vorzubereiten. „Auch wenn man keinen Preis gewinnt, kann man viel lernen, vom Auftreten, von der Situation her“, so Ada. Lampenfieber stört sie dabei kaum. „Ich freue mich immer, wenn ich vor Publikum spielen darf.“
Beide geben als Berufsziel ganz klar die Musikerkarriere an, wobei Ada auch an anderen Kunstrichtungen interessiert ist: Sie schreibt, komponiert und zeichnet neben der Musik. „Ich will die ganze künstlerische Vielfalt erleben und vereinen, das ist ein Ziel von mir.“

Ausgleich und Anregungen findet das Geschwisterpaar in ihrem großen Garten in einem kleinen Dorf am Fuße der Schwäbischen Alb. Dort halten sie Ziegen, Hühner, Kaninchen und Katzen. Außerdem gibt es ein großes Gemüse- und Kräuterbeet und einen Fischteich. Mit den vier Ziegen unternehmen sie ausgedehnte Wanderungen in die Umgebung. „Wir haben besonders liebe Tiere, mit denen man viel machen kann und die mir sehr am Herzen liegen“, bekennt Ada.

Gibt es bei so vielem gemeinsamen Üben, Arbeiten und Auftreten keine Konflikte? Auch das erleben beide eher positiv. Es gäbe natürlich Diskussionen, „aber die sind eher anregend. Man denkt dann über die Interpretation nach. Ohne kleinere Konflikte wäre es eher langweilig. Durch die Auseinandersetzung wächst man besonders gut zusammen. Die Musik bekommt dann etwas ganz Eigenes“, stellt wiederum die große Schwester fest.

Man kann diesen beiden jungen talentierten Menschen, die bei allem Erfolg äußerst bescheiden und einfach im Herzen geblieben sind, nur alles Gute für die Zukunft wünschen.

Weiterlesen mit nmz+

Sie haben bereits ein Online Abo? Hier einloggen.

 

Testen Sie das Digital Abo drei Monate lang für nur € 4,50

oder upgraden Sie Ihr bestehendes Print-Abo für nur € 10,00.

Ihr Account wird sofort freigeschaltet!