Banner Full-Size

Musik, Medizin und innere Entwicklung

Untertitel
Flatischler im Gespräch über seine TaKeTiNa-Rhythmuspädagogik und deren Möglichkeiten
Publikationsdatum
Body

„Wie kann jemand, der kein Musiker ist, eine existentiell bewegende Erfahrung mit Rhythmus machen?“ Reinhard Flatischler hat mit seiner TaKeTiNa-Rhythmuspädagogik nicht nur auf diese eine Frage Antworten gefunden. Er befindet sich seit nunmehr vierzig Jahren auf der Reise durch die von ihm entdeckte TaKeTiNa-Welt, und aus dem hier publizierten Gespräch mit der Journalistin und Musikerin Kirsten Becker wird deutlich, dass ein Ende dieser Unternehmung nicht in Sicht ist. Auf den Weg hat sich der 1950 geborene Flatischler bereits in jungen Jahren gemacht. Im Reisegepäck befanden sich zum einen seine Neigung zur Musik, zum anderen seine damaligen psychosomatischen Erkrankungen (insbesondere Asthma). „Die Medikamente, die es in meiner Jugend gab, halfen mir bei der Heilung meiner psychosomatischen Leiden nur wenig. Daher begann ich, in der Musik und im Rhythmus selbst nach Wegen der Heilung zu suchen, und auf dieser Suche gab es für mich keinen anderen Weg als den der Praxis.“

Dass TaKeTiNa tatsächlich eine tief praktische und vorrangig selbst zu erlebende Erfahrung ist, wird bei der Lektüre immer wieder spürbar: Wer das Buch liest, ohne jemals zuvor TaKeTiNa gemacht zu haben, wird zwar mit großer Wahrscheinlichkeit darauf neugierig werden, er wird das Beschriebene jedoch nicht in vollem Umfang nachvollziehen können.

Denn: „Im TaKeTiNa-Prozess beginnen Bereiche, die normalerweise voneinander getrennt sind, ja sogar Gegensätze darstellen, miteinander zu kommunizieren: Denken und Fühlen, intuitives Handeln und kognitives Erkennen, äußeres und inneres Sehen verbinden sich zu einer real erlebbaren Gleichzeitigkeit.“ Erreicht wird dies durch Rhythmusarbeit mit dem eigenen Körper, meist in der Gruppe: Durch Schritte, Klatschen und die Stimme können sich auf drei unterschiedlichen Ausdrucksebenen auch drei unterschiedliche Rhythmen entwickeln. Die Grundlage des TaKeTiNa-Prozesses ist geschaffen. Vokal wird dabei mit Silbenkombinationen gearbeitet – eine davon lautet „Ta – Ke – Ti – Na“. Diese erwies sich als so einprägsam, dass sie für den ganzen Prozess namensgebend wurde.
Das Buch kann zwar die eigene TaKeTiNa-Erfahrung nicht ersetzen, es ist aber eine anregende Ergänzung und Vertiefung mit vielen Basisinformationen in überschaubarem Umfang.

Vor allem aber gibt es spannende Einblicke, in welchen (teils überraschenden) Bereichen die TaKeTiNa-Rhythmuspädagogik inzwischen eingesetzt und erprobt wird, so findet sie auch in Wirtschaft und Politik zunehmend Anklang. Großes Potenzial birgt sie – neben dem Bereich der inneren Entwicklung – im medizinischen Sektor. Flatischler selbst konnte durch die Erfahrung mit Pulsation seine Leiden heilen, und mittlerweile hat die TaKeTiNa-Arbeit mit Menschen jeden Alters und unterschiedlichsten Hintergrunds zahlreiche empirische Erfahrungen zur Heilung durch Rhythmus geliefert. Informationen und Adressen zum Thema erhöhen den praktischen Nutzen des Buchs, eine etwas sorgfältigere Anlage des Glossars (bei dem die wohl eigentlich alphabetische Folge durcheinandergepurzelt ist) wäre jedoch wünschenswert gewesen. Auf der CD ist besonders die gelungene thematische Einführung von Kirsten Becker hervorzuheben.

Weiterlesen mit nmz+

Sie haben bereits ein Online Abo? Hier einloggen.

 

Testen Sie das Digital Abo drei Monate lang für nur € 4,50

oder upgraden Sie Ihr bestehendes Print-Abo für nur € 10,00.

Ihr Account wird sofort freigeschaltet!