Die neue musikzeitung hat ihre interaktiven Tätigkeiten ausgeweitet. Mit dem Kulturinformationszentrum stellen wir die engagierte Diskussion in das Zentrum der Aktivitäten im Netz. An dieser Stelle können Fragen gestellt, Informationen verbreitet und die Arbeiten anderer kultureller Initiativen zur Darstellung gebracht werden.
Nachrichten aus der neuen musikzeitung 2008/03:
Giga-Hertz-Preis
Zum zweiten Mal wird der Giga-Hertz-Preis für elektronische Musik
vom ZKM Institut für Musik und Akustik gemeinsam mit dem Experimentalstudio für akustische Kunst e.V. Freiburg ausgeschrieben. Der Hauptpreis ist mit einer Geldsumme in Höhe von 15.000 Euro dotiert, die vier Förderpreise mit jeweils 8.000 Euro. Deadline der Ausschreibung ist der 19. April 2008.
Jugend musiziert Neues
„Sonderpreis Neue Musik“ der nmz erstmals vergeben
Kristin Schorr, Carmen Roelcke und Michael Pernpeintner sind die Gewinner des erstmals vergebenen „Sonderpreises Neue Musik“ beim Regensburger Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“. Die neue musikzeitung hatte den Preis in Höhe von 500 Euro für die herausragende Interpretation eines nach 1950 komponierten Werkes ausgeschrieben, um dem Wegfall des modernen Pflichtstücks im Wettbewerb ein Zeichen entgegenzusetzen. Das Violinduo Kristin Schorr und Carmen Roelcke (auf unserem Bild mit nmz-Chefredakteur Juan Martin Koch) erhielt die Auszeichnung für die sehr genau ausbalancierte Wiedergabe der Sonatine für zwei Violinen von Jindrich Feld. Beide Geigerinnen werden in der Frühförderklasse für Streichinstrumente der Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg ausgebildet. Michael Pernpeintner, der György Ligetis 13. Klavieretüde „L’escalier du diable“ fulminant bewältigte, ist Schüler am Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen. Am Regionalwettbewerb für die Stadt Regensburg und die Landkreise Regensburg, Cham und Neumarkt/Opf. nahmen in diesem Jahr mit fast 200 Teilnehmern mehr Musikerinnen und Musiker teil als je zuvor, allein 72 im Fach Klavier.
Dr. Hoch’s neuer Cembalodozent
Der Cembalist Diez Eichler tritt die Nachfolge von Eric Lynn Kelley als Dozent für Cembalo und Historische Tasteninstrumente am Hoch’schen Konservatorium Frankfurt an. Eichler ist Cembalist des Frankfurter Ensembles „Le Goût Étranger“ und des Kölner Ensembles „ornamente 99“ und widmet sich neben seiner Konzerttätigkeit der Erforschung und Praxis des stilistisch orientierten Spiels auf allen historischen Tasteninstrumenten. Musikwissenschaftlich hat er sich zudem besonders mit Froberger und Mattheson befasst.
www.dr-hochs.de
Karriere-Schub
Netzwerken auf der jazzahead
Zum dritten Mal lädt die Jazzmesse jazzahead vom 17. bis 20. April Jazzfans und -profis ins Congress Centrum nach Bremen ein. Netzwerken wird groß geschrieben auf der Jazzahead: Angefangen vom Agenten, über Musiker bis hin zum Label-Chef trifft sich in Bremen die europäische Profiszene. Integriert in die Messe ist wieder ein Festival, das Namen wie Branford Marsalis, Maceo Parker oder Marilyn Mazur präsentiert, das aber im Late-Night-Programm auch Konzerte europäischer Rising Stars vorstellt. Die Schwesterzeitung der neuen musikzeitung, die Jazzzeitung, kooperiert im Rahmen von zwei Diskussionsveranstaltungen mit der Messe: Unter dem Titel „Play Jazz – play global: Netzwerke im Jazz – Stiftungen, Stipendien und Austauschprogramme für junge Musiker“ moderiert Andreas Kolb, Chefredakteur von nmz und Jazzzeitung, eine Gesprächsrunde mit Manfred Schoof (Vertreter der DAAD-Auswahljury), Michael Schiefel (Gastkünstler des Goethe Instituts in den USA), Heike Grunewald (Geschäftsführerin Dr. E. A. Langner-Stiftung), Sigi Busch (ehemals Jazzinstitut Berlin) und Bernd Hoffmann (WDR).
Die Fragen, um die es gehen wird, heißen: Was bedeutet networking für junge Jazzer heute? Wie weit unterstützt einen die Hochschule bei der Karriere, ab wann muss man raus aus Deutschland? Muss man Jazz dort studieren, wo er herkommt? Was für Erfahrungen haben deutsche Jazzmusiker im Ausland gemacht? Die Experten streiten und informieren über Hochschulprogramme, Stipendienvergabe in Deutschland sowie private Förderprogramme.
Eine zweite Kooperation von Jazzahead und Jazzzeitung ist die Präsentation der beiden größten internationalen Verbände für Jazzpädagogen und Jazzschulen. Zu Gast sind Ian Darrington (IAJE) und Wouter Turkenburg (IASJ).
Die Jahrestagung der 24
„Die Konzepte der Landes- und Bundesakademien für Musik haben sich hervorragend bewährt“, stellten die Leiter/-innen und Geschäftsführer/-innen in der Akademie Remscheid zu Beginn der Jahrestagung des Arbeitskreises der Musikbildungsstätten in Deutschland fest. Der Erfolg der mittlerweile 24 Einrichtungen bundesweit resultiere in erster Linie aus der Verbindung von Tagungs- und eigenem Bildungsbetrieb. Außerdem stellte das Gremium klar: „Für die Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte, die vor 50 Jahren in Remscheid begann, bleiben auch in Zukunft Leiter/-innen unverzichtbar, die künstlerisch-pädagogische und wirtschaftlich-administrative Kompetenzen in ihrer Person vereinen.“
Die Trommeln der Schamanen in Zürich
Sie sind das unerlässliche Requisit für alle Rituale, wie dieses seit Jahrhunderten von den Heilern und Seelenführern der schriftlosen Völker Asiens praktiziert werden. Trommeln aus der ganzen Welt wurden zusammengetragen aus Museen und Privatsammlungen der ganzen Welt, sind erstmals in einer einzigartigen Gesamtschau zu sehen und nachzuhören bis 3. August 2008 im Völkerkundemuseum der Universität Zürich.
musethno.unizh.ch/de/Ausstellungen
Das Konzert der Zukunft
Am 24. und 25. April 2008 findet in der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel das Symposium „Zukunftskonzert: Musikvermittlung und Aufführungskultur“ statt. Unter dem Stichwort „Aufführungskultur“ werden Formen und Strategien diskutiert, mit denen die Tradition des klassischen Musikbetriebs erneuert werden kann. Dabei umfasst der Begriff „Aufführungskultur“ alle Faktoren, die neben dem rein Musikalischen das Konzertwesen wesentlich mitbestimmen. Gefragt werden soll, ob die gegenwärtige Krise der klassischen Musik keine Krise der Musik selbst ist, sondern eine ihrer Rezeptions- und Darbietungsformen, und ob eine Weiterentwicklung der Aufführungskultur möglicherweise einen entscheidenden Faktor innerhalb einer nachhaltigen Musikvermittlung darstellt.
Zu den Referenten gehören unter
anderem Roger Behrens („Das klassische Konzert aus popkultureller
Perspektive“), Ludger Brümmer („Technische Entwicklungen in Akustik und Instrumentenbau“), Heiner Gembris („Perspektiven für Musikerberuf, Musikpädagogik und Kulturpolitik“), Christian Kellersmann („Strategien der Erneuerung“), Peter Schleuning („Das Moment des Besonderen und die Standardisierung des Konzertbetriebs)“, Claus Spahn („Zum Image der klassischen Musik und des Konzerts“), Elena Ungeheuer („Das Konzert als sozialer Raum“) und Raimund Vogels „Zur Aufführungskultur anderer Kulturen“.
Anmeldegebühr: 45 Euro, für Studenten: 15 Euro
Anmeldeschluss. 1. April 2008
Informationen unter: www.zukunftskonzert.2008.niedersachsen.de
Musikpreis 50+: Die Preisträger stehen fest
Der Deutsche Musikrat hat in Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk, hr4, am 19. Februar im Musikinstrumentenmuseum Berlin erstmalig den Musikpreis 50+ verliehen. Hervorgegangen ist der Preis aus dem Kongress „Es ist nie zu spät – Musizieren 50+“, der 2007 vom DMR unter Beteiligung des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz, der Wiesbadener Musikakademie, dem Verband deutscher Musikschulen und der Deutschen Orchestervereinigung veranstaltet wurde. Die mit dem Musikpreis 50+ geehrten Ensembles und Initiativen erfüllen eine gesamtgesellschaftliche Vorbildfunktion: Ihre Projekte zeigen auf beispielhafte Weise, welche bedeutende Rolle das Musizieren gerade im dritten und vierten Lebensabschnitt spielen kann. Sie wurden aus rund 80 Bewerbungen einer bundesweiten Ausschreibung von einer vierköpfigen Jury ausgewählt und in mehreren Kategorien für ihre Arbeit ausgezeichnet. Jurymitglieder waren Hans Bäßler, Carsten Dufner, Musikchef des hr, Christian Höppner und Gerhard A. Meinl. In der Kategorie 1 „Generationen-übergreifendes Arbeiten“ erhielt das Projekt „Jung und Alt – Auf den Spuren des Kinderliedes“ (Dietzenbach, Hessen) den 1. Preis, lobende Anerkennungen wurden unter anderem dem AMJ, dem „Blockflötenorchester Mainz“ und dem „Trio Laetitia“ (Buttenwiesen, Bayern) ausgesprochen. In der Kategorie 2 „Musikvermittlung 50+“ erhielt den 1. Preis „Endlisch Musigg“ (Rödermark, Hessen), den 2.Preis die „Rhythmus Werkstatt für Senioren“ (Köndringen, Baden-Württemberg). Den 1. Preis in der Kategorie 3 „Interkulturelles Musizieren“ machte „other music e.V.“ (Ettersburg, Thüringen), lobende Anerkennung erhielt das „Ensemble Ourud Elmahabbe” (Rostock, Mecklenburg-Vorpommern). Gewinner in der Kategorie 4 „Musik in der Therapie und in der Pflege“ und in der Sonderkategorie „Musizieren 50+“ sind „Yehudi Menuhin – Live Music Now Berlin e.V.” (Berlin), „Die Rollators“ (Frankfurt am Main, Hessaen) und der „Trachtenverein Bayernland Darmstadt e.V./Darmstädter Schulspatzen“ (Darmstadt, Hessen).
Alle weiteren Preisträger und nähere Informationen zum Preis unter
www.musikpreis-50plus.de
Die Folkwang Hochschule nach dem Brand
„Wir schaun nach vorn“: Erstaunlich gelassen wirkt Maiken-Ilke Groß, Pressesprecherin der Folkwang Hochschule Essen, zehn Tage nach dem Feuer, das im Ostflügel der Alten Abtei, dem Hauptgebäude der Hochschule, verheerende Schäden anrichtete. Doch sei es traumatisierend gewesen, zuzusehen, wie die Feuerwehr den Brand lange Zeit nicht habe unter Kontrolle bringen können. Der größte Verlust ist die Zerstörung des gesamten Fundus mit etwa 1.000 Kostümen sowie Requisiten und Kulissen. „Das waren handverlesene Stücke, die nicht so einfach zu ersetzen sind“, so Groß. Was die 23 Konzertflügel, 7 Klaviere und 3 Cembali betrifft, so rechnet die Hochschule damit, dass der Schaden in den meisten Fällen reparabel ist. Alles „Rettbare“ sowie der persönliche Besitz der Lehrenden und Studierenden war dank des beherzten Einsatzes der Technikmannschaft aus den Räumen herausgeholt und sichergestellt worden. Auch das in einem angrenzenden Gebäudeteil untergebrachte Tanzarchiv mit bedeutenden Dokumenten aus der frühen Zeit der 1927 gegründeten „Folkwangschule“ war glücklicherweise vom Feuer und den Schäden durch die Löscharbeiten verschont worden.
Der reguläre Studienbetrieb zum Beginn des Sommersemesters am 1. April ist indes dank der zahlreichen Angebote zur Nutzung von Räumen durch andere Institutionen gesichert. Das Wissenschaftsministerium und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW haben kurzfristige Lösungen in Aussicht gestellt. Aktuelle Informationen unter: www.folkwang-hochschule.de
Bei der Sparkasse Essen wurde ein Spendenkonto eingerichtet: Kto. 160 62 68, BLZ 360 501 05, Verwendungszweck: Brand Folkwang Hochschule