Vor der malerischen Kulisse der alten bayerischen Residenzstadt finden dieses Jahr vom 29.06. bis 15.07. die Landshuter Hofmusiktage statt. Auf stolze 30 Jahre Festivalgeschichte können diese Tage Alter Musik bereits zurückblicken, und auch dieses Jahr sorgen renommierte Künstler der Alten-Musik-Szene für ein abwechslungsreiches Programm.
Neben den Konzerten und Veranstaltungen des Festivals gibt es außerdem am Wochenende des 29./30.06. die Möglichkeit, einige der auftretenden Künstler in Workshops und Meisterkursen zu erleben, die vom Landshuter Hofmusiktage e.V. und dem Tonkünstlerverband Bayern organisiert werden. Dort wird eine große Bandbreite an Themen angeboten, und sowohl für begeisterte Laien als auch für Profimusiker dürfte Interessantes dabei sein. An alle interessierten Konzertbesucher und Musiker richtet sich zum Beispiel der Vortrag „Alte Musik hören & verstehen“ von Dr. Franzpeter Messmer, dem Künstlerischen Leiter der Landshuter Hofmusiktage. Der Musikwissenschaftler wird in seinem Vortrag Wege und Zugänge zum Hören und Verstehen Alter Musik aufzeigen.
Für Singbegeisterte und Mittelalterfans ist der Kurs „Gesang des Mittelalters“ von Sigi Hausen genau das richtige. Die ausgebildete Sängerin und Gründerin der bekannten Mittelaltergruppe Estampie wird mit den Kursteilnehmern ein- und mehrstimmige Gesänge erarbeiten und diese in verschiedenen Räumen mit unterschiedlichen akustischen Voraussetzungen erproben. Interessierte sollten Grundkenntnisse im Singen beziehungsweise Erfahrung im Chorsingen mitbringen.
Um mittelalterliche Instrumentalmusik dreht sich der Workshop „Ensemblespiel im Mittelalter“ mit Michael Popp. Der Spezialist für mittelalterliche Musikinstrumente und historische Aufführungspraxis wird in seinem Kurs Grundlagen von Melodik, Rhythmik und Zusammenklang in mittelalterlicher Musik vermitteln und mit den Teilnehmern einzelne Stücke gemeinsam erarbeiten. Teilnahmevoraussetzung ist die Beherrschung eines (auch modernen) Instrumentes.
Vokalensembles, die mindestens seit einem Jahr zusammen singen, können am „Workshop für A-Cappella-Vokalensembles“ teilnehmen. Der Kurs wird geleitet vom renommierten Hilliard-Ensemble, das zu den international führenden A-Cappella-Formationen zählt und sowohl im Bereich Alter als auch Zeitgenössischer Musik zu Hause ist. Jeweils ein Mitglied des britischen Gesangsquartetts wird eine Anzahl von Vokalensembles unterrichten, die im Kurs Werke aus ihrem Repertoire erarbeiten können.
Mit dem Thema „Historische Blasinstrumente“ befasst sich der Workshop des Barockposaunisten Cas Gevers, der in Den Haag und Basel studierte und in zahlreichen renommierten Ensembles spielt. Der Kurs führt in die Besonderheiten des Spiels auf historischen Blasinstrumenten ein und richtet sich auch an Spieler moderner Blasinstrumente, die sich mit Alter Musik befassen wollen. Voraussetzung für Kursteilnehmer ist die Beherrschung eines Blasinstruments.
Auch die Tasteninstrumente kommen an diesem Wochenende nicht zu kurz: um historische Aufführungspraxis und die Technik des Cembalospiels geht es in dem Meisterkurs von Bob van Asperen, der als Solist, Kammermusiker und Dirigent auf den internationalen Konzertpodien erfolgreich ist und am Königlichen Konservatorium in Amsterdam eine Cembalo- und Generalbassklasse leitet. Der Kurs richtet sich an Cembalisten, mit denen Bob van Asperen an mitgebrachten Werken arbeiten wird.
Der Pianist Ronald Brautigam ist einer der wenigen Musiker, die professionell sowohl auf dem Hammerklavier als auch auf modernen Instrumenten konzertieren. Er ist Preisträger des „Niederländischen Musikpreises“ und seit September 2011 Professor an der Hochschule für Musik der Musik-Akademie Basel. In seinem Kurs können sich Hammerklavierspieler wie Pianisten moderner Instrumente mit der Technik und Gestaltung auf dem Hammerklavier vertraut machen und Werke aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert erarbeiten.