Das Kulturradio des rbb (rundfunk berlin-brandenburg) präsentiert sich seit Jahren als einer der profiliertesten Klassiksender in der ARD. Das Gespräch mit Musikchef Dr. Christian Detig gab weitere Aufschlüsse über die Programmgestaltung und das Sendeschema.
Wie kann ein Sender allen Hörerwünschen von jung bis alt, Jazz- und Klassikfans, Liebhabern von Hörstücken, Konzertkritiken oder aktuellen Kulturinformationen gerecht werden ? Und wie kann er, und das waren die vorrangigen Fragen aus dem Präsidium, die regionale Musiklandschaft lebendig widerspiegeln? Ist die Balance zwischen Hochkultur wie Berliner Philharmoniker oder Opernszene und Beiträgen aus Chormusik oder Laienorchester- oder Musikschulszene angemessen repräsentiert?
In kompetenten Erläuterungen und Beispielen wusste Dr. Detig nahezu allen Fragen gerecht zu werden, und wies deutlich auf die Vorteile der derzeitigen Programmstruktur hin. Das Kulturradio des rbb begreift sich nicht allein als Bildungssender im Sinne des ehemaligen Schulfunks, sondern zielt darauf ab, möglichst viele Wissensbereiche zu streifen und darzustellen. Hierzu gehört die Vielzahl der in Berlin praktizierten musikalischen Stilformen ebenso wie die Bewahrung und Bewusstmachung von Traditionen, der Blick auf fremde Kulturen, auf Theater und Film, Religion und Gesellschaft sowie Berichte aus der aktuellen Forschung. Kritiken, Essays, Hörer-Diskussionsrunden und aktuelle Reportagen gehören ebenso ins Konzept wie Musikeroder Komponisten- beziehungsweise Künstler-Porträts und aktuelle kulturpolitische Nachrichten und Debatten.
Für den Landesmusikrat Berlin eine ebenso aufschlussreiche wie wichtige Begegnung, die nun durch die von Dr. Detig genannten Ansprechpartner im Kulturradio rbb zu engeren Kontakten mit der Berliner Projektszene führen könnte – sicher eine weitere Stufe zur angestrebten „Kunst des Hörens“ durch das Radio.