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Ganztagsschule und Musikgeragogik

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Zur Jahrestagung der Privaten Musikinstitute in Bayern
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Einmal im Jahr treffen sich die Leiter der durch die Neue Förderung des Bayerischen Staates unterstützten Privaten Musikinstitute, um sich über kulturpolitische Entwicklungen, juristische und musikpädagogische Fragen zu informieren und Erfahrungen auszutauschen.

Steffen Zeller, Projektleiter für den Bereich Private Musikinstitute und freiberufliche Musikpädagogen im Tonkünstlerverband Bay­ern, berichtete über die positive Entwicklung der Förderung. 2014 konnten 40 Institute gefördert werden. Für 2015 liegen 70 Anträge vor. Über 400 Qualitätszertifikate wurden ausgestellt.
Der 1. Vorsitzende Dr. Franzpeter Messmer gab einen Überblick über die Aktivitäten des Bayerischen Musikrats und des Tonkünstlerverbandes Bayern zum Thema „Musik im Ganztagsunterricht“. Er zeigte die Chancen und Gefahren auf. Als wichtige und noch zu schaffende Voraussetzungen dafür, dass Musik im Ganztagsunterricht mit Qualität und Nachhaltigkeit vermittelt werden kann, bezeichnete er, dass mehr Zeitfenster für Musik und musische Fächer geöffnet werden müssten. Außerdem besteht die Notwendigkeit, außerschulische Musikpädagogen angemessen zu honorieren und Räume zum Üben und für Musikunterricht mit den notwendigen Musikinstrumenten bereitzustellen, sowie an den Schulen Lehrer für die Koordination des Ganztagsunterrichts im Bereich musischer Fächer teilweise freizustellen.

Birgit Huber, Projektleiterin in der Bayerischen Landeskoordinierungsstelle Musik, stellte in ihrem Referat „Kooperationsmodelle im offenen und gebundenen Ganztag“ vor. Sie informierte über Möglichkeiten der Ko­operation zwischen Schule und außerschulischen Anbietern, Finanzierungsmodelle und die speziellen Anforderungen an die Musikpädagogen bei Klassenmusizieren mit großen Gruppen. Die Tagungsteilnehmer beklagten in der anschließenden Diskussion, dass nur selten beim Klassenmusizieren Kinder und Jugendliche für einen anschließenden anspruchsvolleren Musikunterricht gewonnen werden können. Auch wurde über die besondere Qualität des Musikunterrichts im Ganztag und die Frage von deren Zertifizierung diskutiert.

Der Justiziar des Tonkünstlerverbandes Bayern, Dr. Christian Kuntze, stellte den Honorar-Rahmenvertrag des Deutschen Tonkünstlerverbandes vor und zeigte die Fallstricke, die sich zum Beispiel bei der Veröffentlichung von Fotos in Facebook auftun, wenn das „Recht am eigenen Bild“ berührt wird.

Angelica de Marco präsentierte die „Praktischen Möglichkeiten von musikgeragogischer Arbeit mit Senioren“ ganz hautnah, indem sie die Tagungsteilnehmer zu einem Seniorenkreis formierte und mit ihnen eine musikgeragogische Stunde verbrachte. Dabei zeigte sie mitreißend und einfühlsam, wie durch das Singen von Liedern, Klatschen, Spiel auf Rhythmusinstrumenten nicht nur die Begeisterung für das Zusammenmusizieren geweckt werden kann, sondern sich auch eine Geschichte ergibt, die einen jeden berührt. De Marcos Vortrag weckte bei den Teilnehmern reges Interesse an diesem neuen musikpädagogischen Fachgebiet, das aufgrund des größer werdenden Anteils älterer Menschen in der Gesamtbevölkerung immer wichtiger wird.

Die von Geschäftsführerin Andrea Fink umsichtig organisierte Tagung im idyllisch gelegenen Barockschloss von Alteglofsheim entließ die Teilnehmer mit zahlreichen Impulsen für ihre weitere musikpädagogische Arbeit.

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