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Kolumne

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Wunsch nach Kommunikation
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„Was qualifiziert Sie zum Schriftführer?“ – das wurde ich auf der letzten Bundesdelegiertenversammlung im Rahmen meiner Bewerbungsrede zum Schriftführer im Präsidium gefragt. Warum beschäftigt mich dieser harmlos wirkende Satz bis heute?

Einerseits sollte allen klar gewesen sein, dass es nicht mein Anliegen ist, den goldenen Füller für das beste Protokoll zu gewinnen, sondern meine bisherige berufliche Erfahrung in die Präsidiumsarbeit einfließen zu lassen: als freiberuflicher Tonkünstler mit seinem beruflichen Dreiklang als Konzertpianist, Musikschulleiter und Grundschulmusiklehrer. Und als jemand, der sich für die hochqualifizierten Kolleginnen und Kollegen einsetzen möchte.

Andererseits habe ich eine Aversion gegen eine gewisse Form der Sprache, die ich mit diesem Satz verbinde: das Bürokratendeutsch! Dieses frisst sich in meiner Wahrnehmung immer weiter in alle Bereiche des Lebens ein und wird dabei einigen Menschen offensichtlich zur Muttersprache.

Wenn in dieser Frage der Wunsch nach verbesserter Kommunikation im DTKV mitschwingt: Das Anliegen ist richtig, hier muss sich etwas tun. Deshalb hat das Thema im Präsidium auch Priorität. Meinen Beitrag dazu leiste ich aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit heraus. Im ersten Schritt wurde die Website des DTKV überarbeitet. Aus der Fragestellung, wie man die verschiedenen Berufsfelder der Tonkünstlerinnen und Tonkünstler sichtbarer werden lassen kann, ergab sich für mich die Idee eines Tonkünstlerblogs. An diesem Mitmachblog kann sich jeder Landesverband mit eigenen Beiträgen beteiligen. In den kommenden Monaten möchte ich außerdem die einzelnen Landesverbände besuchen und damit in einem zwanglosen, persönlichen Austausch das Zusammenwachsen zwischen Verbänden und Bundespräsidium unterstützen.

Und bei aller notwendigen Diskussion über den richtigen Weg:  Denken wir bitte immer daran, was ein zwei Zentimeter über ein Grundstück hinaushängender Ast eines Apfelbaums zwischen Nachbarn auslösen kann: Im schlimmsten Fall Hunderte Seiten Bürokratendeutsch. Reden wir lieber in der Sprache der Tonkünstler. Und vor allem so, wie man es unter Kolleginnen und Kollegen zu tun pflegt.

Christian Seibert, Schriftführer

 

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