Das Land Berlin gräbt sich sein eigenes Musikschulgrab.
Hunderte von Musikschullehrern haben erneut vor dem Roten Rathaus in Berlin protestiert: Für bessere Arbeitskonditionen, gleiche Rechte wie Lehrer an allgemeinbildenden Schulen sowie die auch finanzielle Anerkennung ihrer langjährigen Hochschulausbildung.
In Berlin war die Situation des Musiklehrens schon immer sehr schwierig. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es vorwiegend Privatmusiklehrer, zum Teil ohne qualifizierte Ausbildung; weshalb 1844 der Berliner Tonkünstlerverband als Berufsverband gegründet wurde. Im 20. Jahrhundert konnte man immerhin einen Kooperationsvertrag mit den Volkshochschulen erlangen, die die Musikschulen mitverwalteten.
Seitdem hat sich eigentlich kaum etwas geändert – nur acht Prozent der an Berliner Musikschulen unterrichtenden Lehrer sind angestellt, eine geradezu skandalöse Quote.
Nun soll es, nach den neuesten Regelungen, keine Pauschalzahlungen mehr geben – wenigstens diese garantierten den Lehrern (wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau) ein regelmäßiges Monatseinkommen.
Nun sollen die Stunden jeweils einzeln abgerechnet werden, Unterrichtsmaterial muss zusätzlich besorgt werden und die von Schülern abgesagten Stunden werden nicht mehr berücksichtigt.
Um die Mehrausgaben abzufedern, soll mehr Unterricht in Gruppen stattfinden, denn zusätzliche Landesmittel sind für den Musikschulbereich nicht vorgesehen.
Somit, scheint es, gräbt sich das Land Berlin sein eigenes Musikschulgrab – was in anderen Ländern seit vielen Jahrzehnten wesentlich besser und aufbauender passiert, ist offenbar in der Bundeshauptstadt nicht möglich.