Am 19. September 2015 fand im Studio des Tonkünstlerverbandes ein Kurs für zeitgenössische Flötenmusik mit der bekannten Stockhausen-Interpretin Katrin Plümer statt.
Von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr brachte Katrin Plümer zwei munteren Gruppen von einmal fünf und einmal sechs Flötistinnen und Flötisten neue Spieltechniken auf der Flöte näher, die später in einzelnen Stücken angewandt wurden.
In lockerer und lustiger Atmosphäre übten sie in der ersten Stunde gemeinsam Flagoelette und Rauschetöne, lernten Mikrotöne und Multiphonics kennen, beschäftigten sich mit Slaps und Klappenschlägen, übten Flatterzunge, Jet-Whistles und Whistletones, spielten Glissandi und Tongue rams, erprobten sich mit dem Lied „Bruder Jakob“ im gleichzeitigen Singen und Spielen, gaben ohne Mundstück Trompetentöne von sich und lernten das Bisbigliando kennen.
Mit Strohhalm und einem mit Wasser gefüllten Becher übten alle gemeinsam Permanentatmung. Und alle durften auf Frau Plümers Bassflöte spielen, die eine Oktave tiefer als die normale Flöte klingt und wirklich sehr imposant aussieht.
Nach einer kurzen Pause dann wurden zunächst die zwei kleinen netten Trios „Beschwörung der Ahnen“ und „Die Inselgeister“ geübt. In den Stückchen wimmelt es nur so von den zuvor gelernten Techniken, die zur richtigen Zeit im Trio schon mal gar nicht mehr ganz so leicht zu spielen sind. Eine Komposition im Stile einer Bildergeschichte ließ die Kursteilnehmer/-innen zu Höchstform auflaufen. Phantasie und Kreativität waren nun keine Grenzen mehr gesetzt.
Zum Abschluss spielte Katrin Plümer selber noch einige Stücke vor, in denen interessante Techniken vorkamen. In „Honami“ von Wil Offermans zeigte sie eindrucksvoll, wie aus Mikroton, Bisbigliando, Flatterzunge, Flagoeletten, Multiphonics, Glissandi, gleichzeitigem Singen, Spielen und dem Erzeugen von Geräuschtönen vollständige Musik werden kann.
Abschließend bekamen alle KursteilnehmerInnen eine Gratulationsurkunde von Frau Plümer und eine Teilnehmerurkunde vom Tonkünstlerverband.