Am 30. März 2012 veranstalteten Studierende der Hochschule für Musik und Theater München in Zusammenarbeit mit dem Tonkünstlerverband München e. V. im Carl-Orff-Auditorium ein kleines Konzert zum 50. Geburtstag von Rudi Spring.
Das thematisch und musikalisch dreigeteilte Überraschungskonzert begann mit einem Abschnitt, in dem Studenten von Springs Liedklasse unter dem Motto „It‘s spring-time“ neun Lieder des Komponisten vortrugen. Nahtlos ging es weiter mit kompositorischen Geburtstagsgrüßen samt Improvisationseinlage von Jens Josef an der Flöte und endete schließlich mit kurzen Werken und Bearbeitungen von Spring in verschiedener Besetzung, die einmal mehr bewiesen, dass man durch intimere Besetzungen den Hörer oftmals ehrlicher und näher ansprechen kann als mit einem monströsen Klangkörper. Das Publikum, das zum Teil aus den Musikern des Abends selbst bestand, konnte dank der humorvollen und entspannten Art der ad-hoc Moderationen von Johannes X. Schachtner und Kilian Sprau das Konzert von Beginn an genießen – das gerade noch rechtzeitig korrekturgelesene Programmheft gab es dann pünktlich als Lektüre für den Heimweg.
Die vier Lieder nach Gedichten von Christian Morgenstern aus dem Galgenliederbuch, Band I und II („Galgenbruder Frühlingslied“, „Die Beichte des Wurms“, „Galgenbruder Gebet und Erhörung“ und „Rehlein – Das Gebet“ mit minimalistischster Klavierbegleitung) waren zu Recht die zuerst vorgetragenen Werke. Sie gelten als Beginn des Kunstliedschaffens von Spring, der diese im Jahr 1983 im Rahmen eines Studentenkabaretts komponiert und aufgeführt hatte. Diesen zum Lachen und Denken anregenden Stücken folgten Lieder mit Texten von Hermann Hesse „Voll Blüten steht der Pfirsichbaum“ (1997) und Else Lasker-Schüler „Weltflucht“ (1983) sowie ein hebräisches Wiegenlied „Numi, numi“ (1993). Nach diesen etwas elegischer und ruhiger anklingenden Stücken schlossen die Musiker den ersten Teil mit zwei humoristischen Liedern aus „Fünf Chansons nach Texten von Hanns Reiserer“, dem ehemaligen Hausmeister der Hochschule, „Sängers Durst“ und „Verlass mich nicht“ (1996), in dem es um die Liebe des Textdichters zu seinem Auto geht. Der zweite Konzertteil bestand aus Geburtstagsgrüßen frei nach dem Motto „So sei gegrüßt viel tausendmal...“ mit Werken von Schülern und Freunden des Komponisten. Das wohl überraschendste Lied darunter war „I, Phone“ für Sopran, Klavier, Assistenten und drei Handys (2010) von Moritz Eggert. Es hatte gesellschaftskritische Züge und zeigte überspitzt, wohin der Medien- und Erreichbarkeitswahn führen kann.
Mit acht weiteren kurzen Werken und der irischen Volksweise „Down by the Sally Gardens“ für Chor, wieder von Spring (2005), wurde das Programm abgerundet. Den Abschluss bildete ein überwältigter Rudi Spring, der völlig überrascht war, was seine Schüler ohne sein Wissen für ihn vorbereitet hatten.