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Thomas Buhé (1920–2015)

Untertitel
Ein Nachruf vom Walter Thomas Heyn
Publikationsdatum
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Ein erfülltes Leben ist an sein Ende gekommen. Das schreibt sich schnell und stimmt hier doch in einer ganz besonderen Weise. Ein Leben, erfüllt mit Musik bis beinahe ganz zum Schluss; das Leben eines musikalischen Praktikers, der widrigen Zeiten widerstand und sich in den Mühen der Ebenen geschickt zu behaupten und durchzusetzen wusste.

Seine wichtigste Lebensleistung ist aber die eines Pioniers für sein Instrument, ein missionarisches Leben für die Plektrumgitarre und die Verbreitung der von ihm im Alleingang in der Isolation der DDR entwickelten Methode des Auf- und Abschlags unter Einbeziehung der harmonischen Funktionen und einer möglichst selbständig geführten Basslinie. Heute steht dergleichen in hunderten Lehrbüchern und kann in Perfektion im Internet bewundert werden, doch damals war das revolutionär.

Und so wurde die 1963 eingerichtete erste Klasse für Tanz-und Unterhaltungsmusik an der Musikschule Leipzig ein begehrter Sammelpunkt für alle diejenigen, die diese neumodische Westmusik spielen und dafür Gitarre lernen wollten. Da Leipzig auch der Sitz vieler Musikverlage war, konnte Buhé die jahrzehntelangen Erkenntnisse seiner Unterrichtstätigkeit in zahlreichen Publikationen verarbeiten, die rasenden Absatz fanden und viele Auflagen erlebten. Er war auch mein Lehrer, denn ab 1975 gab es in Leipzig eine Hochschulklasse für Pop-Musik: „Mach das so, mach das mal anders, schau mal her, hör dir dies an, übe das, knüpfe mal dort Kontakte; Verstärker gibt es da, Saiten gibt es dort, hier ist meine neue Gitarrenschule, lass uns „Simba“ spielen“. Respekt!

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