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Tierisch gute Geschichten…

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Ein Liederabend mit zeitgenössischer Musik
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„Tierisches“ war am 07. November 2011 in der Versicherungskammer Bayern zu hören. Der Tonkünstlerverband veranstaltete einen Liederabend unter dem Motto „Tierisches und anderes“ mit der Mezzosopranistin Barbara Hesse-Bachmaier. Begleitet wurde sie am Klavier von Stanislav Rosenberg.

Die Sängerin Barbara Hesse-Bachmaier, schon lange erfahren im internationalen Konzertgeschehen, widmet sich in ihrer Arbeit neben dem typisch klassisch-romantischen Liederabend verstärkt der zeitgenössischen Musik. So auch beim „tierischen“ Programm, das mit einer kleinen Kantate nach Gedichten von Wilhelm Busch eröffnet wurde. Zum ersten Mal wurde diese von Rosenberg bearbeitete Fassung der „Tiergeschichten“ vorgetragen, die im Original von Herbert Baumann (*1925) für hohe Stimme, Flöte und Gitarre gesetzt ist. Durchaus kräftiger als die Urfassung, dabei aber kein bisschen weniger überzeugend, verbindet dieses Werk begleitende und solistische Elemente im Klavierpart mit der Singstimme. Dass die Mezzosopranistin auch Komikerin ist, bewies sie bei den anschließenden „Mäuseliedern“ von Carl Mansker (*1935). Mit keckem und schelmischem Blick transportierte Barbara Hesse-Bachmaier die Texte zum Schmunzeln mit wandlungsfähiger Stimme. Gefühlsbetont und mit präziser Differenzierung in der Dynamik präsentierte sie die lyrischen Kompositionen „Der Sonnenhymnus von Amarna“ von Elke Tober-Vogt (*1957) und „Mortal Storm“ von Robert Lee-Owens (*1925). Dabei zeigte sich das perfekte Zusammenwirken von Gesang und Klavier. Liebevoll und präzise artikuliert zeigte Barbara Hesse-Bachmaier gerade bei den tie-feren Tönen ihr warmes Timbre. Spätestens hier war der Funke aufs Publikum übergesprungen. Nach drei Liedern von Mark Lothar (1902-1985) war „Der Tanz“, eine Uraufführung von Stanislav Rosenberg, nach einem Text von Christian Morgenstern, zu hören. Beim darauf folgenden Werk „Firenze“ für Klavier Solo von Ilja Bergh (*1927), brillierte Rosenberg mit virtuosem und pointiertem Klavierspiel. Die Schlussgruppe mit Liedern von Richard Strauss setzte sich vom restlichen Programm ab, machte neugierig und Lust auf mehr. Barbara Hesse-Bachmaier beeindruckte im gesamten Programm mit guter Textverständlichkeit und sauberer Intonation. Ihr ausgeprägtes Vibrato ist Geschmacksache. Es war ein vergnüglicher Liederabend, an dem fast alle der aufgeführten Komponisten anwesend waren.

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