Das auf private Initiative des „Deutschen Freundeskreis Europäischer Jugendorchester e.V.“ mit Unterstützung aus Wirtschaft und Politik von den Berliner Festwochen und den Jeunesses Musicales Deutschland gemeinsam veranstaltete Projekt ist ein Panorama der Jungen Musik: Nationale Jugendorchester aus 16 Ländern, darunter die norwegischen Ungdomssymfonikerne, das Nationaal Jeugd Orkest aus den Niederlanden oder The Young Israel Philharmonic, sorgen gemeinsam mit dem Gustav-Mahler-Jugendorchester oder dem European Union Youth Orchestra für außergewöhnliche Begegnungen mit großen Dirigenten und Solisten von internationalem Rang.
„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ – solch freudetrunkener Gesang verhieß bislang nicht immer Gutes. Doch im kommenden August, Pokalfinale und EM 2000 sind vorbei, hängt der Himmel über der Hauptstadt im besten Wortsinn voller Geigen: Unter dem klingenden Titel „Young.Euro.Classic – Musik Sommer Berlin 2000“ wird die Stadt für Jugendliche aus aller Welt vier Wochen lang zum Festival-Treff. Das auf private Initiative des „Deutschen Freundeskreis Europäischer Jugendorchester e.V.“ mit Unterstützung aus Wirtschaft und Politik von den Berliner Festwochen und den Jeunesses Musicales Deutschland gemeinsam veranstaltete Projekt ist ein Panorama der Jungen Musik: Nationale Jugendorchester aus 16 Ländern, darunter die norwegischen Ungdomssymfonikerne, das Nationaal Jeugd Orkest aus den Niederlanden oder The Young Israel Philharmonic, sorgen gemeinsam mit dem Gustav-Mahler-Jugendorchester oder dem European Union Youth Orchestra für außergewöhnliche Begegnungen mit großen Dirigenten und Solisten von internationalem Rang. Die Besonderheit des Festivals liegt freilich noch vor allen prominenten Namen im Programm: Die jungen Ensembles spielen fast ausnahmslos Werke des 20. Jahrhunderts; daneben bringt jede der vertretenen Nationen auch eine Auftragskomposition mit an die Spree. Der Musik Sommer Berlin 2000 ist damit künstlerisch wie politisch Rückblick und Ausblick auf Einheit und Vielfalt zugleich – ein wirklich europäisches, ebenso kluges wie mutiges Konzept, das Kultur-Staatsminister Naumann denn auch gleich metaphorisch geadelt hat: „Young.Euro. Classic“, schreibt er in einem Statement zum Projekt, „ist der Versuch, das Haus Europa mit einem Musikzimmer zu versehen.“So ist ganz Berlin im Sommer ein klangvoller „open space“: mit insgesamt 20 Sinfonieabenden in Konzerthaus und Philharmonie sowie vier „Langen Nächten der Kammermusik“. Prominente Persönlichkeiten, darunter Paten wie Hans Olaf Henkel, Alfred Biolek oder Herbert Feuerstein, werden die Konzerte moderierend begleiten – es wird also nicht nur musikalisch interessant.
Kent Nagano, Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und Mitglied im Künstlerischen Beirat des Festivals, bringt dessen kulturpädagogischen Mehrwert auf den Punkt: „Was die Kultur hergibt, ist eine besondere Art zu kommunizieren. Wenn Kinder und Jugendliche zusammen sind und Musik machen, dann ist das eine Art von Teilen. Und wir können für die kleinen Unterschiede, die wir haben, andere Lösungen finden.“
Dass Unterschiede, kreativ gewendet, Synergien freizusetzen in der Lage sind, ist bei Young.Euro.Classics übrigens auch visuell Programm. Der Münchner Grafiker Steffen Haas schuf das Logo für den Sommer in der Stadt: Maskottchen „Vio“ – halb Klassik, halb Comic und von Georges Braque inspiriert – ist ein europäischer Tuttist, der eine Vielzahl regionaler Eigenheiten in sich vereint: Mit einem Bogenstrich wird „Vio“ vom österreichischen Schneegeiger zum schottischen McVio, vom französischen FranVois Vio zum spanischen Viorero.
Und wenn im August musikbegeisterte Jugendliche aus aller Welt in die Bundeshauptstadt kommen, wird der Gendarmenmarkt zum Boulevard Vio à l´européenne. Also dann: „Allez, les jeunes!“. Wir fahren nach Berlin!
31. Juli bis 27. August 2000Programminfos: www.young-euro-classic.de;
Ticket-Hotline: 0180/523 74 54;
Reiseservice: HerdenStudienreisen Berlin,
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