Im Rahmen eines von Jeunesses Musicales organisierten EU-Projektes trafen sich in diesem Sommer israelische, irische, türkische und deutsche Jugendliche in Israel, um dort gemeinsam zu musizieren. Ort des Geschehens war der Kibbuz Negba, wo wir zehn Tage damit verbrachten, in internationalen Besetzungen unter Leitung israelischer Dozenten Kammermusik (Bach, Telemann, Mozart, Prokofieff, etc.) oder Jazz zu spielen, das Leben im Kibbuz kennen zu lernen und natürlich uns einander näher zukommen.
Im Rahmen eines von Jeunesses Musicales organisierten EU-Projektes trafen sich in diesem Sommer israelische, irische, türkische und deutsche Jugendliche in Israel, um dort gemeinsam zu musizieren. Ort des Geschehens war der Kibbuz Negba, wo wir zehn Tage damit verbrachten, in internationalen Besetzungen unter Leitung israelischer Dozenten Kammermusik (Bach, Telemann, Mozart, Prokofieff, etc.) oder Jazz zu spielen, das Leben im Kibbuz kennen zu lernen und natürlich uns einander näher zukommen.Dabei standen nicht die Unterschiede der verschiedenen Kulturen im Vordergrund, sondern die Aufgabe, gerade im Zusammenleben Gemeinsamkeiten zu erfühlen und zu erkennen. Kommunikation war an dieser Stelle sehr wichtig, allerdings durch vier unterschiedliche Sprachen erschwert. So wurden wir zu unseren eigenen Dolmetschern und verständigten uns mit Hilfe der englischen Sprache. Das wichtigere Kommunikationsmittel war natürlich die Musik, mit der wir uns den ganzen Tag beschäftigten. Vormittags standen Kammermusik- und Big-Band-Proben und nachmittags Konzerte auf dem Programm und selbst abends verstummte das irische Whistle-, Fiddle- und Trommelspiel erst, wenn alle erschöpft von einem ereignisreichen und eindrucksvollen Tag in den Schlaf sanken.Die Proben verliefen für unsere Begriffe recht gewöhnlich, die Konzerte allerdings hatten einen ganz besonderen Charakter. Zum einen fanden sie in sozialen Institutionen statt, zum Beispiel in Waisenhäusern, Altersheimen, Krankenhäusern oder Immigrantenzentren. Dort wurden uns gleichzeitig Israels intensive Bemühungen für soziale Einrichtungen vorgestellt. Außerdem bekamen wir auf diese Weise nicht nur die Sehenswürdigkeiten des Landes zu Gesicht, sondern kamen auch mit seinen Einwohnern in Kontakt: eine weitere Besonderheit dieses Projekts, die wir freudig annahmen. Vorbereitet auf ein spezielles Publikum versuchten wir unsere Konzerte individuell zu gestalten. Für das am kommenden Tag geplante Kon-zert im Waisenhaus erarbeiteten wir zum Beispiel noch am Abend zuvor eine Orchestrierung des Pippi-Langstrumpf-Liedes. Mit dieser Aufgabe der individuellen Konzertgestaltung erhielten wir zwar sehr viele Freiheiten und konnten uneingeschränkt ein Programm erarbeiten, hatten aber auch ein großes Maß an Verantwortung zu tragen, mit der wir zu Beginn des Projekts etwas überfordert waren. Wir wuchsen allerdings in diese Pflicht hinein und lernten mit diesem Recht umzugehen.
Weitere Herausforderungen für uns waren das Konzert in einem Gefängnis und die besonders publikumsnahe Straßenmusik. Neben den Kammermusikprojekten wurde während der Konzerte auch selbst erarbeitete oder improvisierte, für unser jeweiliges Land typische Musik vorgestellt. Das Abschlusskonzert fand in einem gut besuchten Konzerthaus in Tel Aviv statt, begeisterte trotz vierstündiger Dauer die Zuschauer und beendete unser Projekt.
Abschließend ist zu sagen, dass die erforderte Eigeninitiative zwar einige Probleme hervorrief, uns aber gerade deswegen bereicherte und außerdem Vorstellungen für eine Fortsetzung dieses Projektes in uns wach rief.