Aus ganz Norddeutschland kamen JM-Botschafter*innen vom 1. bis 3. September 2023 zu einem Treffen nach Bremen, um sich beim Musikfest Bremen auf die Spurensuche zu genialen Komponist*innen zu machen, den Worten beeindruckender Künstler*innen und Menschen in leitenden Positionen des Musikfests zu lauschen und in einen regen Austausch über ihre eigene Orchesterarbeit zu gehen.

Nicht im Bild, aber auch musikalisch in Bremen aktiv: Hund, Katze, Hahn. Foto: JMD
Viel zu hören, viel zu sagen
Das Miteinander stand also im Mittelpunkt! Und auch dieses Botschafter*innen-Treffen zeigte: Die jungen Musiker*innen sind neugierig, haben viel zu sagen, und sie möchten über das Netzwerk der JMD andere musikbegeisterte Jugendliche kennenlernen und sich als eine Community junger Orchesterleute engagieren – über die regionalen Grenzen ihres eigenen Ensembles hinaus. Dank der engen Zusammenarbeit mit dem Musikfest Bremen, das fantastische Konzertbesuche und Gespräche arrangiert hatte, wurde das Wochenende für die Teilnehmer*innen aus Bremen, Oldenburg, Hamburg und Schwerin zu einem unvergesslichen Erlebnis:
Am Freitag Nachmittag trafen wir uns zu einem Willkommen mit JMD-Präsidiumsmitglied Martin Lentz, der als Dirigent und Leiter mehrerer Jugendorchester in Bremen die Organisation und Koordination vor Ort übernommen hatte. Erster Programmpunkt am Abend war die atemberaubende Inszenierung der Semioper „The Fairy Queen“ von Henry Purcell mit dem Ensemble „Les Arts Florissants“ unter Leitung von William Christie in Zusammenarbeit mit dem französischen HipHop-Choreographen Mourad Merzouki. Die Mischung aus Musik und modernem Tanz stellte einen grandiosen Auftakt dar und war ein idealer Gedankenanstoß für die Gesprächsthemen der darauffolgenden Tage. An welch inspirierendem Ort und unterschiedlichsten Konzertlocations das Musikfest Bremen stattfindet – von historischen Denkmälern bis hin zum Backstagebereich der Künstler*innen – wurde uns durch die Führung mit Annabel Brown bewusst. Wir konnten einen umfassenden Einblick in die Glocke Bremen und in den Festivalbetrieb gewinnen. Welch enormer Aufwand hinter solch einer Reihe hochkarätiger Konzerte steht, wurde im Gespräch mit Intendant Thomas Albert deutlich, der sich persönlich für die JM Botschafter*innen Zeit genommen hatte und sie in ihrem Engagement bestärkte, seien die Offenheit und Neugierde der jungen Generation doch der Schlüssel für das Weiterleben der klassischen Musik und das der Konzerthäuser und Live-Konzerte.
Mit diesem Input ging es, nach Pizza und gemütlichem Beisammensein, in die Musikschule Bremen. Marie Leithold, selbst ehemaliges Jugendorchestermitglied und mittlerweile im JMD-Präsidium für die JM Botschafter-Initiative engagiert, brachte die Gruppe durch lockere Interaktionsspiele weiter zusammen und schaffte so eine kreative Überleitung zum Workshop mit der Bremer Musikpädagogin Mia Pribbernow.
Gemeinsam erarbeiteten wir Konzepte, wie sich das Gehörte und neu Gelernte in die eigene Orchesterarbeit transferieren und nachhaltig in die Struktur eines Jugendorchesters einbringen lässt. Wie wirksam Gemeinschaft in einem musikalischen Ensemble sein kann, zeigte uns am zweiten Abend auch noch einmal eindrücklich das Konzert mit Teilnehmer*innen des Musikfest-Ateliers „Wege zu Bach II“ unter Leitung des belgischen Posaunisten Wim Becu.
Mit skandinavischen Tunes starteten wir am Sonntag musikalisch improvisierend in den letzten Tag des Treffens. Der Geiger und Crossover-Musiker Burghard Bock leitete die JM-Botschafter*innen an, sich mit ihrem Instrument frei im Raum zu bewegen und sich auch auf dieser Ebene zu begegnen. Den Abschluss machte JMD-Präsidiumsmitglied Dominik Bach mit einem Thema, das Musikschaffende alltäglich begleitet: Neben dem aktiven Musizieren ist es für die meisten eine große Herausforderung, frei zu sprechen und die passenden Worte für das Erlebte zu finden. Dominik Bach, selbst als Redakteur Mitglied des Kommunikationsteams der Elbphilharmonie Hamburg, inspirierte die JM-Botschafter*innen mit seinen herausfordernden Fragen, und schnell kristallisierte sich heraus, wie viel unsere jungen Musiker*innen zu sagen haben und wie sehr sie die Musik bewegt und antreibt. Mit vielen neuen Erfahrungen traten wir am Sonntag Nachmittag die Heimreise an. Vor allem aber mit dem gestärkten Bewusstein bei den JM-Botschafter*innen, dass ihre Tätigkeiten und ihr Engagement in Zukunft tragend im Jugendorchestergeschehen sein werden.
Ein besonderer Dank geht an das Musikfest Bremen, insbesondere an Intendant Thomas Albert und Annabel Brown, an die Gastfamilien, die unsere Botschafter*innen liebevoll aufgenommen haben, und an Martin Lentz, der sich seit vielen Jahren ehrenamtlich unermüdlich für das Gelingen solcher Events engagiert
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