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17.7.: kulturfinanzierung aktuell +++ kulturfinanzierung

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Gera: Großer Restaurierungsbedarf in den neuen Ländern +++ Erfurt: FDP und Theaterfreunde protestieren gegen Sparpläne


Gera: Großer Restaurierungsbedarf in den neuen Ländern
Gera (ddp-lth). Mit insgesamt sieben Millionen Euro fördert die Kulturstiftung des Bundes (KSB) in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung der Länder (KSL) in den kommenden fünf Jahren die Restaurierung von Sammlungen in Ostdeutschland. «Der Restaurierungsbedarf in Museen, Bibliotheken und Archiven der neuen Länder ist riesengroß, der Nachholbedarf immens», sagte die KSL-Dezernentin und Geschäftsführerin des KSL-Freundeskreises, Britta Kaiser-Schuster, der Nachrichtenagentur ddp. «Es gibt eine Menge Arbeit, aber viele dieser Einrichtungen haben nicht einmal mehr Restauratoren», betonte sie.
Von der Bündelung der Potenziale beider Stiftungen erhoffe sie sich mehr Kapazitäten für Kunst und Kultur insgesamt. «Wir bringen unser Know-how aus den 18 Jahren seit unserer Gründung ein, die mit jährlich 38 Millionen Euro ausgestattete Bundeskulturstiftung stellt für dieses Projekt die finanziellen Mittel bereit», sagte Kaiser-Schuster. Konkrete Projekte gebe es zum derzeitigen Zeitpunkt so kurz nach dem Beschluss noch nicht. Zunächst müsse eine Experten-Jury benannt werden, die über die «sicher zahlreich eingehenden Anträge» befinde. Sie schätze, dass Anträge vom kommenden Frühjahr an gestellt werden könnten.
Genau diesem Thema widme sich auch der 1999 gegründete Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder. Er verfüge zwar nur über «überschaubare Mittel», versuche jedoch, sie so effektiv wie möglich einzusetzen. Davon profitiert auch das Geraer Museum für Angewandte Kunst (MAK). Ein dort bewahrtes Speisezimmer des Jugendstil-Künstlers Henry van de Velde aus dem Jahr 1906 kann mit Hilfe des Freundeskreises, der dafür 20 000 Euro zur Verfügung stellt, restauriert werden. Die Länder-Kulturstiftung selbst hat dem MAK den Ankauf eines Teilnachlasses des Keramikers Horst Skorupa ermöglicht. Die Kunstwerke werden am Montag in Anwesenheit der KSL-Generalsekretärin Isabel Pfeifer-Poensgen an das Museum übergeben.

Erfurt: FDP und Theaterfreunde protestieren gegen Sparpläne
Erfurt (ddp-lth). Die Thüringer FDP wirft der Landesregierung Konzeptlosigkeit bei der Kultur-Unterstützung vor. Die von Kultusminister Jens Goebel (CDU) vorgeschlagenen Kürzungen bei Theatern und Orchestern seien nicht hinnehmbar. Die Landesregierung würde mit einem solchen Programm die Kulturpolitik zur bloßen Sparpolitik degradieren, sagte FDP-Generalsekretär Patrick Kurth am Sonntag in Erfurt. Im Vergleich zu den geplanten Einschnitten in der Kunst seien die immensen Verwaltungsausgaben der Regierung «beschämend».
Am Freitagabend hatten Intendanten, Schauspieler und Theaterfreunde in Eisenach und Schmalkalden gegen die geplanten Kürzungen demonstriert. Sie überreichten Kultusminister Goebel eine «goldene Kulturkeule» in der Hoffnung, dass diese nicht zum Einsatz komme.
Goebel hatte Anfang Juli angekündigt, die Landeszuschüsse für die Theater und Orchester in Thüringen bis 2009 um 10 auf 50 Millionen Euro zu reduzieren.