Dresden - Trotz massiver Kritik hält die Stadt Dresden am Umbau des denkmalgeschützten Kulturpalastes fest. Der geplante Konzertsaal entspreche allen Anforderungen einer internationalen Konzertstadt, sagte Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) am Mittwoch in Dresden. Nach den Angaben des Rathauses wird das Vorhaben rund 70,5 Millionen Euro kosten und damit nur wenig mehr als die 2006 kalkulierten 65 Millionen Euro. Vorgesehen ist, den Festsaal in einen reinen Konzertsaal umzuwandeln.
Genutzt werden soll er vor allem von der Dresdner Philharmonie, aber auch für Gastspiele. Die Stadt strebt zudem Konzerte der Sächsischen Staatskapelle darin an. Die Staatskapelle zeigte sich skeptisch.
Im Vergleich zum ersten Entwurf wurden nach Rathausangaben zuletzt noch einige Änderungen vorgenommen. So soll das Kabarett Herkuleskeule ins Untergeschoss verlegt werden. Die ebenfalls neu einziehende Hauptbibliothek der Städtischen Bibliotheken bestehe nun aus zusammenhängenden Räumen, hieß es. Für die Sanierung wird die Stadt nach eigenen Angaben 35 Millionen Euro aus von der Europäischen Union erhalten. Der neue Konzertsaal habe fast 1.900 Plätze und könne auch für Musicals und Popkonzerte genutzt werden.
Die Stadt hatte in der Vergangenheit auch Interesse daran bekundet, dass die Sächsische Staatskapelle den neuen Saal nutzt. Orchestersprecher Matthias Claudi sagte der Nachrichtenagentur dapd, dazu habe es noch keine Gespräche gegeben. Die Staatskapelle habe berechtigte Zweifel, ob für 70 Millionen Euro ein Saal mit guter Akustik entstehen könne. Ein komplett neues Konzerthaus sei nach wie vor sinnvoller.
Der geplante Umbau des Kulturpalastes war von zahlreichen Seiten kritisiert worden. Der Architekt des Gebäudes, Wolfgang Hänsch, klagt gegen den Umbau, da er damit sein Urheberrecht verletzt sieht. Die Klage hat laut Stadt aber keinen Einfluss auf die laufenden Planungen und die ab 2012 anstehenden Bauarbeiten. Der Kulturpalast wurde zu DDR-Zeiten errichtet und steht inzwischen unter Denkmalschutz. Der Stadtrat entscheidet Anfang März über die endgültigen Baumaßnahmen.