Der vermeintliche Kunstmäzen Alberto Vilar (69) ist in den USA wegen Veruntreuung von Investorengeldern zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Der gebürtige Kubaner wurde im November 2008 wegen Investmentbetrugs, Urkundenfälschung und Geldwäsche verhaftet.
Weltweit bekannt wurde der Multimillionär durch seine Spenden an Opernhäuser, unter anderem als Förderer der Festspiele in Bayreuth und Salzburg, der Festspiele Baden-Baden, der Metropolitan Opera in New York und des Royal Opera House Covent Garden in London. Die Spendenzusagen sollen insgesamt rund 180 Millionen Euro betragen. Die meisten Institutionen warteten allerdings vergeblich auf die versprochenen Spenden, deren Zahlung Vilar nicht einhielt.
Alberto Vilar gründete im Jahr 1979 mit Gary Tanaka die Firma Amerindo Investment Advisors Inc. und verzeichnete als einer der ersten Großinvestoren durch sein Engagement in AOL und Yahoo Rekordgewinne. Mit sinkenden Aktienkursen schmolz sein Vermögen wie das vieler anderer Börsenspekulanten über Nacht zusammen, letzendlich hatte er eine veruntreute Summe von 22 Millionen Dollar (ca. 16 Millionen Euro) zu verantworten, für die er jetzt gerade stehen bzw. sitzen muss.
Michael Jennes Loblied auf Vilar in der nmz 11/2001: Deus ex America
Und Gerhard Rohde ein Jahr später: Kunst und Kultur brauchen Geld, aber von wem?