Bonn - Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft soll als immaterielles Kulturerbe anerkannt werden. Das Auswärtige Amt habe dies nun offiziell bei der UN-Kulturorganisation Unesco in Paris beantragt, teilte die deutsche Unesco-Kommission am Dienstag in Bonn mit. «Deutschland hat die reichste Theaterlandschaft der Welt», sagte der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Ulrich Khuon.
Etwa die Hälfte aller Opernhäuser weltweit sei in Deutschland situiert, bei den Schauspielhäusern gebe es eine ähnliche Dichte. Theater und Orchester leisteten einen wesentlichen Beitrag zu Lebensqualität und Identität.
«Die Nominierung zeigt, dass Theater und Orchester wichtige Räume der freien Meinungsäußerung, der öffentlichen Debatte und kritischen Reflexion sind», sagte die neue Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD). Der Präsident des Deutschen Kulturrats, Christian Höppner, betonte, «in Zeiten auseinanderdriftender Gesellschaften» komme den Theatern und Orchestern im Amateur- wie Profibereich ein «unschätzbarer Wert für das Zusammenleben in Vielfalt» zu. Rund 140 Staats- und Stadttheater sowie Landesbühnen mit Orchestern, rund 220 private Theater oder auch 2200 freie Spielstätten und etwa 2500 Amateurtheaterbühnen gehörten zu der Szene bundesweit.
Ein Ausschuss der Unesco entscheidet 2019 über eine Aufnahme in die Liste. 2014 war die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft zunächst ins bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingetragen worden - Vorbedingung für eine Unesco-Nominierung.