Berlin - Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) befürchtet eine erhebliche Gefährdung des Spielbetriebs der zwei Sinfonieorchester und zwei Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin (ROC). Der Bundesanteil in Höhe von zwei Millionen Euro der beschlossenen Zuschusserhöhungen für die strukturell unterfinanzierte GmbH sei vom Haushaltsausschuss des Bundestages vorerst gesperrt worden, teilte DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens am Montag mit. Das bedeute «Alarmstufe rot».
Erst im Dezember 2009 hatten die ROC-Hauptgesellschafter Deutschlandradio, Bund und Land Berlin eine angedachte Fusion zwischen dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin (DSO) und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin verworfen.
Schon jetzt führe die unzureichende finanzielle Ausstattung dazu, dass die Ensembles im bundesdeutschen Vergleich mit gleichrangigen nicht mehr konkurrenzfähig seien, sagte Mertens. Die Sperre durch den Haushaltsausschuss des Bundestages, die bereits vom Februar stammt, sei ein «ärgerlicher Betriebsunfall und muss im Eilverfahren aufgehoben werden», da davon auch die erhöhten Zuschusszahlungen anderer Gesellschafter abhängen. Andernfalls sei der Spielbetrieb der ROC «massiv in Gefahr».
Der DOV-Geschäftsführer fügte hinzu: «Insgesamt fordern wir auf höchster politischer Ebene eine baldige Strukturdebatte unter Beteiligung der DOV und der Klangkörper darüber, wie die Orchester und Chöre der ROC künstlerisch eigenständig, zukunftssicher und auskömmlich finanziert aufgestellt werden können.»