Berlin (ddp). Die Bedingungen für den Denkmalschutz haben sich nach Ansicht von Experten in Deutschland verschlechtert. Der spürbare Rückgang der Denkmalfördermittel oder die Personalausstattung in den Ämtern seien deutliche Beispiele, sagte die Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Eva-Maria Stange, am Mittwoch in Berlin. Zusammen mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen forderte sie die Verankerung des Denkmal-, Kulturgüter- und Welterbeschutzes im Bundesrecht.
Kultur und Denkmalschutz seien derzeit rechtlich benachteiligt, kritisierte Stange. Zwar habe der Bund in der Vergangenheit internationale Übereinkommen zum Schutz verschiedener kultureller Güter abgeschlossen. Diese Abkommen müssten jedoch in Bundesrecht übergehen, um von den Ländern übernommen zu werden. «Hier sehe ich noch Handlungsbedarf bei Bund und Ländern», sagte Stange.
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Gottfried Kiesow, forderte, die Förderprogramme des Bundes für den Denkmalschutz müssten verstetigt werden. Zudem müsse der Bund auf die Länder einwirken, wieder mehr Geld für den Denkmalschutz auszugeben. Aufgrund des Drucks der Rechnungshöfe sähen sich öffentliche Ausschreiber genötigt, den billigsten Bieter zu beauftragen. Im Denkmalschutz führe dies häufig zu unsachgemäßen Ausführungen, da aus Kostengründen keine Facharbeiter eingesetzt würden.
In Deutschland gibt es den Angaben zufolge rund 1,4 Millionen Kulturdenkmäler.