Berlins Theaterlandschaft ist bunt und kostet das Land viel Geld. Wie sie künftig aufgestellt werden soll, wird derzeit beraten. Die Gewerkschaft Verdi sagt nun, was aus ihrer Sicht gar nicht geht.
Die Gewerkschaft Verdi warnt vor einer Ausgliederung landeseigener Berliner Theater aus dem öffentlichen Dienst. Bei einem solchen Schritt drohten Tarifflucht, Stellenabbau und eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, erklärte Verdi-Landesbezirksleiterin Andrea Kühnemann. Die Gewerkschaft werde dies nicht akzeptieren.
Einsparpotenzial an den Bühnen durch eine Ausgliederung sieht sie nicht. «Stattdessen besteht die Gefahr, dass die Berliner Theaterlandschaft zunehmend einer Kommerzialisierung unterworfen wird, was die künstlerische Freiheit und Vielfalt massiv gefährden würde», meinte sie.
Gewerkschaft möchte mitreden
Nötig sei eine nachhaltige Finanzierung und Stärkung der Theater und Bühnen in Berlin. Zudem müssten Gewerkschaft und Personalräte in Überlegungen zu strukturellen Veränderungen einbezogen werden, bei denen es laut Verdi um Volksbühne, Gorki-Theater, Deutsches Theater, Theater an der Parkaue und Konzerthaus geht.
Geld für Kultur wird knapper
Im Zuge milliardenschwerer Einsparungen im Berliner Haushalt waren im Vorjahr auch Mittel für die Kultur gekürzt worden. Vor dem Hintergrund weiterhin knapper Kassen hatte der Berliner Senat im Februar dieses Jahres einen Dialog mit etlichen Bühnen darüber gestartet, wie die Theater-, Opern- und Kulturlandschaft künftig aufgestellt und finanziert werden soll.
«Der Kulturdialog ist ein offenes Gesprächsformat, in dem unterschiedliche Ideen angesprochen werden», sagte ein Sprecher von Kultursenator Joe Chialo (CDU) auf Anfrage zum aktuellen Stand. «Bestandteil der offenen Gespräche sind mögliche Rechtsformen wie öffentliche Stiftungen, analog zur erfolgreich arbeitenden Opernstiftung.» Die Gespräche dauerten an, Ergebnisse lägen noch nicht vor. Klar sei aber: «Eine Privatisierung wird nicht geprüft.»
Der RBB berichtete, im Zuge des Kulturdialogs werde auch eine Zusammenlegung von Abteilungen wie Theaterwerkstätten diskutiert. Im Gespräch seien zudem gemeinsame Strukturen bei Depots, Logistik oder Verwaltung der Theater. Der Sender beruft sich dabei auf eine ihm nach eigenen Angaben vorliegende Mail von Kulturstaatssekretärin Sarah Wedl-Wilson an mehrere Bühnen.