Dresden - Die Grünen haben Sachsens Regierung mangelndes Engagement bei der Unterstützung der Kultur- und Kreativwirtschaft vorgeworfen. Die Staatsregierung habe das zwar zum Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt, sagte die Abgeordnete Claudia Maicher am Mittwoch. «Stattdessen ist die Branche für sie wohl nur das fünfte Rad am Wagen.»
Das angekündigte Zentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft komme zu langsam in die Spur. Ursprünglich sei der Auftakt schon für 2016 vorgesehen gewesen: «Ende Februar 2017 ist noch nicht einmal der Förderantrag unterzeichnet, und die Kreativen hängen immer noch in der Warteschlange.» Auch die Ausschreibung für den zweiten Kulturwirtschaftsbericht sei noch Zukunftsmusik.
Das sächsische Kabinett hatte im Sommer 2016 beschlossen, mit 2,5 Millionen Euro Anschubfinanzierung ein Zentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft aufzubauen. Das Kabinett legte die Förderung über fünf Jahre nach dem Ansatz «Hilfe zur Selbsthilfe» an, wie Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) damals erklärte. Damit sollen der Grad an Selbstorganisation erhöht und Strukturen für eine selbsttragende Unterstützung der Branche aufgebaut werden.
Die Kultur- und Kreativwirtschaft wird in der Regel von Freiberuflern getragen. In Sachsen werden ihr rund 87 000 Menschen zugerechnet - Musiker und Architekten genauso wie Autoren, Schauspieler, Journalisten, Mediengestalter, Verleger und Spieleentwickler.