Rom - Italiens Kulturminister hat bemängelt, dass es in der EU künftig keinen Kommissar mehr für Kultur gibt. «Es ist ein Nachteil und ein Fehler, der korrigiert werden muss», erklärte Dario Franceschini nach einem Treffen mit der deutschen Staatsministerin für internationale Kulturpolitik, Michelle Müntefering, am Dienstagabend.
«Gerade jetzt braucht Europa kulturellen Austausch, das Einstehen für gemeinsame Werte und Kooperation bei Bildung und Kultur», erklärte Müntefering am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. «Dass es dafür keinen eigenen Kommissar geben soll, fordert uns alle, diese Themen auf der politischen Agenda zu halten.»
Ursula von der Leyen tritt am 1. November als EU-Kommissionschefin an. Bisher trug der Ungar Tibor Navracsics den Titel «EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport». Unter von der Leyen fallen Bildung und Kultur in das Aufgabengebiet der Bulgarin Marija Gabriel. Ihr Portfolio heißt «Innovation und Jugend». Auch andere Kulturschaffende hatten von der Leyen für den fehlenden Kultur-Kommissar kritisiert.