Schwerin - Vor Beginn einer Kabinettssitzung in Schwerin zu Soforthilfen für mehrere Theater im Land haben rund 50 Politiker der Linken und Mitarbeiter des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin demonstriert. Sie forderten bei der Kundgebung vor der Staatskanzlei eine sichere Zukunft für die größte Bühne des Landes. Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD), der an der Kundgebung vorbei zur Kabinettssitzung ging, wollte nicht zu den Demonstranten sprechen.
Er hatte wegen Streitigkeiten mit der Stadt Schwerin über die künftige Finanzierung des Staatstheaters den für Anfang 2016 geplanten Einstieg des Landes als Mehrheitsgesellschafter kürzlich wieder in Frage gestellt. Auch die vor längerem zugesagte Soforthilfe in Höhe von 1,5 Millionen Euro, die jetzt fällig ist, soll demnach nicht ausgezahlt werden. Damit steht das Staatstheater mit seinen gut 300 Mitarbeitern kurz vor der Insolvenz. Auch darum geht es in der Kabinettssitzung.
Bei dem Finanzstreit zwischen Land und Landeshauptstadt geht es um das Defizit für die Jahre 2016 bis 2020. Es fällt nach Angaben des Staatstheaters 5,5 Millionen Euro höher aus als vom Land veranschlagt. Von der Stadt heißt es dazu, das Land sei von Anfang an von zu niedrigen Summen ausgegangen. Darauf sei das Ministerium frühzeitig hingewiesen worden.
Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) kündigte am Rande der Demonstration eine Sonderprüfung beim Staatstheater an. Hintergrund sind Vorwürfe aus dem Ministerium, einzelne Mitarbeiter hätten neben ihrem Gehalt üppige Zusatzbezüge kassiert. Sie gehe von der Rechtmäßigkeit der Geschäftsführung aus, sagte Gramkow.