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Leipziger Kultur protestiert gegen sächsische Kultur-Kürzungen

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Leipzig - Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sowie Intendanten und Kulturschaffende der Stadt haben am Montag erneut gegen die geplanten Millionen-Kürzungen bei der Kultur in Sachsen protestiert. In der vorgetragenen «Leipziger Erklärung» appellierten sie an die Landtagsabgeordneten, der geplanten Kürzung bei der Abstimmung am Donnerstag nicht zuzustimmen.

«Nehmen Sie ihre Verantwortung für Ihre Wähler, für Ihre Wahlkreise wahr», erklärten die rund 200 Unterzeichner des Aufrufs. Oberbürgermeister Jung betonte, es gehe «nicht darum, wie auf dem Viehmarkt zu verhandeln, wie viel Kürzung die Kultur verkraftet». Vielmehr stehe im Fokus, wie verlässlich die Kulturfinanzierung in Sachsen weiterhin sein soll.

Sachsen sei mit seiner Kulturraumfinanzierung bislang Vorbild für ganz Deutschland. Die jetzt von der schwarz-gelben Staatsregierung geplante Kürzung verletze die bislang so erfolgreiche «Systematik solidarischer Kulturfinanzierung». Um eines kurzfristigen finanziellen Effektes willen werde die positive Entwicklung der letzten 20 Jahre infrage gestellt. Das künstlerische Angebot würde drastisch reduziert, für große Teile der Bevölkerung würde der Zugang zur Kultur unmöglich.

Gewandhausdirektor Andreas Schulz sagte, sein Haus wäre bei den momentanen Streichplänen mit einem Ausfall von 246.000 Euro betroffen. Um dies aufzufangen, müssten in der folgenden Spielzeit gleich mehrere Konzerte gestrichen werden, das bedeute auch weniger Einnahmen aus Eintrittsgeldern und von Sponsoren. Das habe er in seinen zwölf Jahren am Gewandhaus noch nie machen müssen, sagte Schulz.

Der Freistaat will im Doppelhaushalt 2011/12 den acht Kulturräumen in Sachsen 3,7 Millionen Euro weniger überweisen als bislang, ein Großteil davon muss Leipzig tragen. Die Stadt hatte dazu Gutachten in Auftrag gegeben, das starke verfassungsrechtliche Zweifel an den Kürzungen äußerte.

 

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