Berlin - Im Streit um die traditionsreichen Berliner Kudamm-Bühnen hat der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) beide Seiten zum Einlenken aufgefordert. Die Theaterfamilie Woelffer müsse einsehen, dass an einem so prominenten Standort am Kurfürstendamm städtebauliche Veränderungen nötig seien, sagte Müller am Montag im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses.
Der neue Investor müsse aber auch anerkennen, dass die Theater seit Jahrzehnten eine wichtige kulturpolitische Arbeit leisteten. Ihm sei es wichtig, mindestens eine Bühne mit einem gut sichtbaren, einladenden Eingang zu erhalten, antwortete Müller auf eine mündliche Frage der Grünen-Abgeordneten Sabine Bangert.
Der Investor plant, die beiden Bühnen abzureißen und stattdessen im hinteren Bereich des Areals ein Kellertheater zu errichten. Einzelheiten zu den Plänen sollten am Dienstag vorgestellt werden. Der Theaterbetreiber bestritt am Montag in einer Mitteilung, dass er an dem Termin teilnehmen will. «Pläne, die zum Abriss der Kudamm-Bühnen führen, lehnen wir ab», erklärte eine Sprecherin.