Wiesbaden - In Hessen arbeiten weniger als drei Prozent aller Erwerbstätigen im Kulturbereich. Wie aus der der Aufstellung «Kulturindikatoren auf einen Blick» des Statistischen Bundesamts hervorgeht, arbeiteten 2021 in Berlin 8,2 Prozent aller Erwerbstätigen in einem Kulturberuf, in Hamburg waren es 6,6 Prozent, in Bremen 4,4 Prozent.
Da es in Großstädten mehr Kulturangebote gibt, ist der Anteil in Stadtstaaten naturgemäß höher. Vergleicht man nur die Flächenstaaten, liegt Hessen mit 2,9 Prozent - zusammen mit Bayern - an der Spitze. Am wenigsten Menschen in Kulturberufen gab es 2021 in Sachen-Anhalt (1,7 Prozent).
aus dem Kulturindikator:
In den Stadtstaaten überdurchschnittlich viele Erwerbstätige in Kulturberufen
Beim jährlichen Mikrozensus der Statistischen Ämter wird ein Prozent aller Haushalte in Deutschland nach ihrer wirtschaftlichen und sozialen Situation gefragt. Dabei geben die erwerbstätigen Befragten an, in welchem Beruf sie beschäftigt sind. Im Jahr 2021 betrug die Zahl der Erwerbstätigen in einem Kulturberuf hochgerechnet 1,2 Millionen, etwa die Hälfte darunter waren Frauen. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie, ist die Anzahl der Erwerbstätigen in Kulturberufen um 93 000 Personen gesunken. Der Anteil der Erwerbstätigen in Kulturberufen an den Erwerbstätigen in Deutschland insgesamt sank im Vergleich dieser beiden Jahre von 3,1 % auf 2,9 %. Die beiden Berufsgruppen „Technische Mediengestaltung“ und „Redaktion und Journalismus“ hatten unter den Kultur- berufen mit 20,1 % und 16,5 % die größten Anteilswerte. Im Ländervergleich betrug der Anteil an allen Erwerbstätigen in Berlin 8,2 %, in Hamburg 6,6 % und in Bremen 4,2 %. Damit lagen diese drei Länder an der Spitze.
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Indikatoren zur Sparte Musik
Bundesweit 3,9 Millionen Besuche bei 7 200 dargebotenen Konzerten
Der Deutsche Bühnenverein erhebt jährlich Daten von öffentlichen Theatern, Konzert- und Theaterorchestern, Privattheatern und Festspielen zu zahlreichen Merkmalen. In der Spielzeit 2019/20 musizierten 9 200 Mitglieder in 121 öffentlich finanzierten Orchestern. Weiterhin wurden rund 7 200 Konzerte durch öffentlich finanzierte Orchester dargeboten. Für diese Konzerte wurden rund 3,9 Millionen Besuche gezählt. Die Spielzeit 2019/20 ist die erste Spielzeit, die von der Corona-Pandemie betroffen war. Gegenüber der Spielzeit 2018/19 mit 5,6 Millionen Besuchen ist die Zahl deutlich zurückgegangen (-30,4 %). Be- zogen auf die Bevölkerungszahl kamen in der Spielzeit 2019/20 in Deutschland auf 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner 47 Konzertbesuche. Sachsen und Berlin wiesen mit 162 und 161 Besuchen die Spitzenwerte für diesen Indikator auf, gefolgt von Bremen mit 103 Konzertbesuchen je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Jeder 12. junge Mensch nahm Unterricht an einer öffentlichen Musikschule
Der Verband deutscher Musikschulen (VdM) stellt jährlich Daten zum öffentlichen Musik- schulwesen zusammen. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 1,4 Millionen Schülerinnen und Schüler an 931 öffentlichen Musikschulen unterrichtet. Mit 1,2 Millionen war der überwiegende Anteil von ihnen zu diesem Zeitpunkt unter 19 Jahre alt. Bezogen auf die Bevölkerung gleichen Alters lag der Anteil der Lernenden an öffentlichen Musikschulen bis 19 Jahre bundesweit bei 8,2 %, 2019 waren es noch 8,7 %. Unter den Ländern besaß Baden-Württemberg den größten Anteil an Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Musikschulen (12,9 %). Mit etwas Abstand folgten Brandenburg (9,0 %) und Nordrhein- Westfalen (8,6 %).