Leipzig - Über dem im Umbau befindlichen Wohnheim des Leipziger Thomanerchors schwebt seit Dienstag die Richtkrone. "Die Stadt investiert rund 11,4 Millionen Euro in das Vorhaben und so wie es aussieht, werden wir das Budget wohl auch einhalten", sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) anlässlich des Richtfestes des Thomasalumnats.
Im erweiterten Alumnat werden 120 statt bisher 90 Sänger Platz haben. Außerdem gibt es einen neuen Proben- und einen neuen Speisesaal für die Thomaner. Eigentlich sollte das Bauvorhaben bereits in diesem Jahr pünktlich zum 800. Geburtstag des Knabenchors abgeschlossen werden. Wegen Bauverzögerungen kann die äußere Hülle jedoch erst im Dezember 2012 fertiggestellt werden; danach wird mit der Innenausstattung des Gebäudes begonnen. Der Einzug der Chorsänger ist nun für die Winterferien 2013 vorgesehen.
Jung erinnerte daran, dass die Mitglieder des Thomanerchors zu Beginn der Geschichte des Ensembles vor 800 Jahren bei Gottesdiensten und Beerdigungen sangen, um dafür in der Thomasschule unterrichtet zu werden. In der damaligen Unterkunft habe es "einen großen Schlafstall sowie Ratten und Mäuse" gegeben, sagte Jung an die Thomaner gewandt. Erst 1732 und dann 1881 seien modernere Alumnate bezogen worden.
Nach der Wiedereröffnung des Alumnats im kommenden Jahr werden den Chorknaben Zwei- und Drei-Bett- statt der bislang üblichen Acht-Bett-Zimmer zur Verfügung stehen. Jeder Wohnbereich erhält einen Gemeinschaftsraum sowie entsprechende Sanitäreinrichtungen. Die Zeit der Schlafsäle und des großen Gemeinschaftswaschraums gehört dann der Vergangenheit an.