Dresden - Der noch amtierende Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Martin Roth, hat die umstrittene Ausstellung «Kunst der Aufklärung» in Peking verteidigt. Er würde sie wieder machen, sagte Roth, der maßgeblich an der Ausstellung beteiligt war und im Herbst ans Victoria and Albert Museum (V&A) in London wechselt, den «Dresdner Neuesten Nachrichten» (Dienstagausgabe). «Beim nächsten Mal würde ich aber darauf achten, dass mehr Reklame gemacht wird, mehr Hinweise in der Öffentlichkeit schon im Vorfeld erfolgen», fügte er hinzu.
Zu den Querelen um die Schau und die Verhaftung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei kurz nach der Ausstellungseröffnung sagte Roth, er halte nichts davon, «wenn im warmen Wohnzimmer Freiheit für Ai Weiwei gefordert wird». Es gebe auch andere Kanäle, die man nutzen könne. Darüber solle man aber nicht lauthals reden, sagte Roth. «Zu glauben, es gibt in China auf der einen Seite die Dissidenten und auf der anderen Seite die Regierung, ist irrwitzig.» 98 Prozent der Menschen in China wollten weder mit der einen noch mit der anderen Seite etwas zu tun haben.
Das Nationalmuseum Peking spielt auch in Roths neuen Funktion an der Spitze des Victoria and Albert Museums eine wichtige Rolle als Ausstellungsort. Er werde für die Ausstellung, die dort auf «Kunst der Aufklärung» folge, mitverantwortlich sein. «Die Folgeausstellung dort wird nämlich vom Victoria and Albert Museum sowie dem British Museum ausgerichtet.»