Magdeburg - Der im September vom Landtag beschlossene Kulturkonvent nimmt am Mittwoch (19. Oktober) in Magdeburg seine Arbeit auf. Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) wird die Mitglieder des 36-köpfigen Gremiums zunächst im Schauspielhaus begrüßen, wie das Ministerium am Montag mitteilte. Anschließend beginnt die erste Arbeitssitzung im Kulturhistorischen Museum.
Bis Ende 2012 soll das Gremium Empfehlungen zur Kulturentwicklung und -förderung in Sachsen-Anhalt erarbeiten, die als Grundlage für ein Landeskulturkonzept dienen sollen. Der Konvent wird vom Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, ehrenamtlich moderiert.
[update, 19.10.] - Der im September vom Landtag beschlossene Kulturkonvent hat am Mittwoch in Magdeburg seine Arbeit aufgenommen. Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) begrüßte die Mitglieder des 36-köpfigen Gremiums im Schauspielhaus. Bis Ende 2012 soll das Gremium Empfehlungen zur Kulturentwicklung und -förderung in Sachsen-Anhalt erarbeiten.
Dorgerloh betonte in seiner Rede die große Verantwortung, die der Konvent für das Land habe. Die Empfehlungen des Gremiums an den Landtag müssten bis 2025 Gültigkeit haben, sagte er. Es gehe um die Frage, ob Kultur eine freiwillige Leistung sei oder ein harter Standortfaktor.
Für die Zukunft sieht Dorgerloh eine weitere Verlagerung des Kulturangebots aus der Fläche in die Städte. Bestimmte Formen der Hochkultur werde es zukünftig nur noch in den Zentren geben können, "weil hier die entsprechende Zielgruppe in den nötigen Größenordnungen lebt", sagte Dorgerloh. Der Kulturkonvent müsse deshalb die Frage beantworten, wie Kultur zukünftig für die Menschen erreichbar bleiben könne.
Konvent soll Vorbild für ganz Deutschland werden
Der Moderator des Konvents, Olaf Zimmermann, will Sachsen-Anhalt mit dem Konvent zu einem kulturpolitischen Vorbild machen. "Wenn wir es schaffen, in einem Land wie Sachsen-Anhalt die Kultur trotz der bestehenden Probleme langfristig zu stärken, kann das Modellcharakter für ganz Deutschland haben", sagte Zimmermann, der auch Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats ist.
Die von dem Konvent erarbeiteten Empfehlungen sollen zunächst dem Landtag vorgelegt werden und dann in ein Landeskulturkonzept für die kommenden Jahre einfließen. Hintergrund sind die demografische Entwicklung Sachsen-Anhalts und die damit verbundenen knapper werdenden finanziellen Ressourcen des Landes. In dem Gremium sitzen neben Vertretern der parlamentarischen Parteien, vor allem Experten von Kultureinrichtungen und -verbänden.
Arbeitsgruppen werden eingerichtet
Zunächst sollen zwei Arbeitsgruppen eingerichtet werden, wie das Kultusministerium nach der ersten Sitzung mitteilte. Eine werde sich der Neubestimmung der grundlegenden Ziele der Landeskulturpolitik widmen, die andere mit Problemen und Zielkonflikten befassen. Danach sollen zwei weitere Gruppen eingerichtet werden, die sich mit Mitteln und Wegen zur Erreichung der Ziele sowie der Kulturpolitik im übergreifenden Zusammenhang befassen.
Die Sitzungen des Konvents sollen öffentlich, die der Arbeitsgruppen nicht-öffentlich sein. Die nächste Konventssitzung ist für den 19. Dezember geplant.