Stuttgart - Der Verband deutscher Schriftsteller (VS) in der Gewerkschaft ver.di hat die geplanten Kürzungen im Kulturetat der Stadt Stuttgart scharf kritisiert. «Die Hauptstadt des Landes der Dichter und Denker verliert dramatisch an kultureller Attraktivität», teilte die Schriftstellerorganisation am Montag in Stuttgart mit.
«Die jetzt vorgesehenen Streichungen werden zu Zerstörungen einer über Jahrzehnte aufgebauten Kulturlandschaft führen, die nach der Krise nicht mehr wiederherstellbar ist.» Bewusst werde das Sterben von Kultureinrichtung in Kauf genommen.
Ein Verbandssprecher kritisierte auf ddp-Anfrage, unter anderem sollten der Bücherbus gestrichen und Mediathek sowie Rathaus-Bücherei geschlossen werden. Zudem sollten Zuschüsse zu zahlreichen Kultureinrichtungen wie das Schriftstellerhaus reduziert werden.
Die Folgekosten, die etwa durch die staatliche Alimentierung von arbeitslosen Kulturschaffenden entstünden, seien weit größer als die Einspareffekte, hieß es weiter. Fehlende kulturelle Infrastruktur führe außerdem zur Abwanderung von Führungskräften der Wirtschaft und Gesellschaft. «Kultur ist ein Standortfaktor», sagte der Vorsitzende des Schriftstellerverbandes, Jürgen Lodemann.