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Schwere Vorwürfe gegen die Ballettakademie der Wiener Staatsoper [update]

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Wien - Die Ballettakademie der Wiener Staatsoper sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, ihre Schüler schlecht zu behandeln. Laut Recherchen des Wiener Wochenmagazins «Falter» sind Kinder «Opfer autoritärer, gewalttätiger und gefährlicher Unterrichtsmethoden geworden».

Unter Berufung auf eine Lehrerin schreibt das Blatt in seiner neuen Ausgabe (Mittwoch) von Demütigungen, Gewalt und Drill bis hin zu einem sexuellen Übergriff. Schülerinnen seien geradezu in die Bulimie (Ess-Brechsucht) oder Anorexie (extreme Ess-Störung) getrieben worden.

Ein Teil der Vorwürfe konzentriert sich auf eine im Januar gekündigte Lehrerin, die Ballett-Schülerinnen unter anderem getreten, blutig gekratzt und an den Haaren gerissen haben soll.

Die bedauerlichen Vorfälle seien nicht hinnehmbar, heißt es in einer Stellungnahme der Staatsoper vom Dienstag. «Einzelpersonen haben sich sehr schlecht benommen.» Jegliche Form von Übergriffen, ob physischer oder psychischer Natur, Grobheiten, Respektlosigkeit und Missbrauch einer Machtposition seien inakzeptabel. Die Staatsoper arbeite seit Längerem mit der Staatsanwaltschaft zusammen, um die Vorwürfe lückenlos aufzuklären.

Laut «Falter» wirft ein ehemaliger Schüler einem einstigen Lehrer sexuelle Belästigung vor. Nach Vorlage des entsprechenden Protokolls sei dieser Lehrer unmittelbar vom Dienst suspendiert worden, so die Oper.

 

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Wiener Staatsoper will Vorwürfe gegen Ballettakademie aufklären

Wien (dpa) - Die Wiener Staatsoper hat die volle Aufklärung aller Vorwürfe über eine schlechte Behandlung von Schülern der hauseigenen Ballettakademie zugesichert. «Unser Ziel ist, dass wir alles wissen», sagte Staatsopern-Direktor Dominique Meyer am Mittwoch. Der 63-jährige Franzose zeigte sich sichtlich erschüttert. «Ich bin getroffen, traurig und sehr böse.» Es sei absolut inakzeptabel, dass die Schüler einer Klasse unter den drastischen Maßnahmen ihrer inzwischen entlassenen Ballettlehrerin gelitten hätten.

Unter Berufung auf eine Lehrerin hatte das Wiener Wochenmagazin «Falter» (Mittwoch) von Demütigungen, Gewalt und Drill bis hin zu einem sexuellen Übergriff geschrieben. Schülerinnen seien durch ein Verspotten ihrer Körper in die Bulimie (Ess- und Brechsucht) oder Anorexie (extreme Ess-Störung) getrieben worden.

Österreichs Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) hat angesichts der Vorwürfe die Bundestheaterholding mit der Einrichtung einer Sonderkommission beauftragt. Die betroffene Lehrerin sei zunächst mündlich und nach der erneuten Verschlechterung des Verhaltens schriftlich verwarnt und schließlich entlassen worden, sagte Meyer. «Ich stelle mir die Frage, ob ich das nicht hätte früher machen sollen.» Ein Lehrer soll sich einem damals 16-jährigen Schüler sexuell genähert haben, schreibt der «Falter».

Die Leiterin der Ballettakademie Simona Noya, erklärte, die Klagen erreichten sie erst jetzt. «Ich glaube, das ist ein Einzelfall», sagte sie. Auch Meyer sprach sich dagegen aus, die 15 Lehrer der Ballettakademie unter Generalverdacht zu stellen. An der Akademie werden zur Zeit knapp 140 Schüler unterrichtet, die zugleich aufs Gymnasium gehen. Die Compagnie der Wiener Staatsoper besteht aktuell zu rund 40 Prozent aus Schülern der Akademie. Bekannt ist das Ballett nicht zuletzt durch seinen Auftritt auf dem Wiener Opernball.

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