Schwerin/Mestlin - Das Kulturhaus im einstigen DDR-Musterdorf Mestlin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) erhält in diesem Jahr den Spielstättenpreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert und wird seit 2010 jährlich gemeinsam von der Nordkurier Mediengruppe und den Festspielen an Spielstätten vergeben, in denen sie ein besonderes Entwicklungspotenzial sehen.
Wie eine Festivalsprecherin am Freitag in Schwerin mitteilte, wird der Preis im Sommer im Rahmen eines Konzerts übergeben. Aufgrund der positiven Publikumsresonanz finden 2017 erstmalig zwei Konzerte der Festspiele im Kulturhaus Mestlin statt. Am 14. Juli spielen der litauische Akkordeonist Martynas Levickis und das SIGNUM saxophone quartet, am 17. August ist die Deutsche Streicherphilharmonie mit den jungen holländischen Pianisten Lucas und Arthur Jussen zu Gast.
Festspiele-Intendant Markus Fein sagte: «Vor unserem ersten Konzert 2014 haben wir uns schon gefragt, ob das funktioniert: ein klassisches Konzert in dieser Kulisse, die nicht nur vom ehemaligen sozialistischen Musterdorf erzählt, sondern auch von der wechselvollen Vergangenheit unter anderem als Großraumdisco.» Die jedes Mal ausverkauften Konzerte in dem Kulturhaus seien jedoch von Anfang an von einer ganz besonderen Stimmung geprägt gewesen, das auch einem großen ehrenamtlichen Engagement vor Ort zu verdanken sei.
Marcel Auermann von der Chefredaktion der Nordkurier Mediengruppe begründete die die Wahl der Jury mit den Worten: «Das Kulturhaus in Mestlin bietet mit seinen Aufführungsmöglichkeiten Theater-Qualität in einer ländlichen Gegend. Die DDR-Architektur des Gebäudes strahlt so großen Pomp aus, dass der Besucher glaubt, auf das Berliner Schloss Bellevue zuzuschreiten.»