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Was sich für Europas Kulturhauptstädte ändern soll

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Weißbuch: Was sich für Europas Kulturhauptstädte ändern soll

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Das europäische Kulturhauptstadtprogramm feiert dieses Jahr 40. Jubiläum. Doch die Initiative ist in ihrer jetzigen Form nicht unumstritten. Wie geht es damit nach 2033 weiter?

Mehr Europa und weniger Bürokratie für die Bewerberstädte: Bei einer Konferenz in Chemnitz sind Empfehlungen zur Weiterentwicklung des europäischen Kulturhauptstadtprogramms vorgestellt worden. Anlass ist dessen 40. Jubiläum in diesem Jahr. Die Essenz des vorgestellten Weißbuchs sei mehr Europa, sagte die wissenschaftliche Leiterin Valentina Montalto.

Empfohlen wird ein einheitliches Logo und die Umbenennung in «Hauptstadt der europäischen Kulturen» («Capital of European Cultures»). Dadurch soll die Rolle der Initiative zur Förderung des länderübergreifenden Kulturaustauschs und zur Stärkung der europäischen Identität untermauert werden. Zugleich gehe es darum, das gemeinsame kulturelle Erbe der teilnehmenden Städte zu betonen.

Preisgeld früher auszahlen

Außerdem sprechen sich bisherige und künftige Kulturhauptstädte dafür aus, den Auswahlprozess zu vereinfachen und damit Bürokratie abzubauen. Die in den Bewerbungsbüchern aufgezeigten Konzepte sollen künftig verpflichtend sein und nationale Regierungen bei der Unterstützung der Preisträgerstädte stärker in die Pflicht genommen werden.

Auch wird angeregt, den Melina-Mercouri-Preis der EU zu überarbeiten, der mit 1,5 Millionen Euro dotiert ist. Den Empfehlungen zufolge soll ein Teil des Preisgeldes schon bei der Titelvergabe ausgezahlt werden. So würden die Städte bei der Vorbereitung des Kulturhauptstadtjahres frühzeitig finanziell unterstützt.

Er hoffe, dass das Kulturhauptstadtprogramm Kern europäischer Kulturpolitik bleibe, sagte der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD). Seine Stadt trägt dieses Jahr zusammen mit Nova Gorica in Slowenien den Titel und ist Gastgeber der Jubiläumskonferenz. Wichtig sei auch die Frage, was für die Städte langfristig vom eigentlichen Kulturhauptstadtjahr bleibe. Es gehe darum, die angestoßenen Entwicklungen fortzuführen, betonte Schulze.

Bei der Konferenz diskutierten den Angaben zufolge rund 200 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern, darunter Vertreter von etwa 50 ehemaligen und künftigen Kulturhauptstädten, über die Vorschläge. Das Papier soll Mitte Mai im EU-Parlament in Brüssel vorgestellt werden.

 

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