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Rückblende 2012/03

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Vor 50 und vor 100 Jahren
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Ein deutsches Symphoniehaus – Orff, "Jugend musiziert", Alban Bergs Lulu in Hannover und das Schlagzeug

Vor 100 Jahren

Ein deutsches Symphoniehaus: Blütenträume? Auch die deutsche Symphonie wird das Haus erhalten, das ihrer würdig ist. Die Umbildung unseres Konzertwesens müsse bei der Architektur der Konzertsäle beginnen. Erträumt wird ein Tempel, wohin alles pilgert, um die Seele zum Höchsten zu erheben, was die Musik erschaffen hat. Es hat sich ein vorbereitender Ausschuss eines „Vereins Deutsches Symphoniehaus“ zusammengetan, sodass in den letzten Märztagen in Stuttgart die konstituierende Versammlung des Vereins abgehalten werden konnte. Wohin der Tempel kommt? Die musikalisch mächtig emporstrebende schwäbische Residenz trachtet danach, das Symphoniehaus für sich zu gewinnen. Der Verein hat den Zweck, als nationale Ehrung Beethovens zu dessen 150-jährigem Geburtstagsfest im Jahre 1920 ein dem Geiste der Symphonie entsprechendes Festspielhaus zu errichten. Auch in leitenden städtischen und einflussreichen Privatkreisen soll viel Stimmung für den Bau bestehen, sodass Stuttgart hoffen darf, das Deutsche Symphoniehaus auf einer seiner Höhen begrüßen zu können. 

Neue Musik-Zeitung, Stuttgart/Leipzig, 33.Jahrgang 1912, Heft 12 (März), S. 351ff. 

Vor 50 Jahren

Emil Siegert über das „Musikfest der Jugend“ in Hannover: Zu den Tagen der Neuen Musik kam Carl Orff, wohnte der Aufführung seiner „Antigonae“ bei und las in einer Matinee in seiner herzhaften bajuwarischen Art sein Weihnachtsspiel und seine Komödie „Astutuli“. „Vorlesen“ kann man diese Darbietung eigentlich nicht nennen, es war die Beschwörung eines bayerischen Welttheaters, wie man sie sich sug-

gestiver kaum denken kann. Die Tage brachten zwei Kammer- und ein Orchesterkonzert, eine Film-Matinee, bei der hauptsächlich Trick- und Experimentierfilme mit „elektronischer“ und „konkreter“ musikalischer Illustration von Riedl, Pousseur, Berio und anderen zu sehen und zu hören waren, und schließlich die hannoversche Erstaufführung von Bergs „Lulu“. Die Tage, die zum dritten Male stattfanden und außerordentlich gut besucht waren, sind keines der üblichen Musikfeste. Die Verantwortlichen, Klaus Hashagen vom Funk, Klaus Bernbacher von der „Jeunesses Musicales“, sind bestrebt, die Jugend zu gewinnen, und zwar als  ausführende wie hörende Teilnehmer. 

Die Reform im Schlagzeug beschwört Hermann Gschwendtner: Die Vorrangstellung des Paukers im Orchester gibt es (heute) nicht mehr! Komponisten machten von den Farben der Schlaginstrumente immer mehr Gebrauch. Die Musik unserer Zeit verlangt vom Schlagzeuger virtuose Meisterschaft. Den früheren Anforderungen gegenüber ist in der praktischen Ausübung eine neue Situation eingetreten.

XI. Jahrgang, Nr. 2 (März/April) 1962, S. 2 und 18

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