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Die Musikzeitung vor 50 Jahren.
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Rückblende 2016/11

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„Mehr Aktivität im Musikrat!“
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Vor 100 Jahren: Die Tonkunst im Sinne der Romantik – ein Ausblick +++ Vor 50 Jahren: „Mehr Aktivität im Musikrat!“ wird für die 9. Generalversammlung 1966 in Essen erwartet

Vor 100 Jahren

Die Tonkunst im Sinne der Romantik – ein Ausblick:  Zart, still, süß, reizend und vor allem innig – das sind die Lieblingsworte, die durch die ganze Romantik tönen, sagt der deutsche Philosoph Karl und fast mit denselben Worten können wir auch die Musik Schumanns charakterisieren; sie ist der reinste Ausdruck romantischer Seelenstimmung. Wie aber steht es mit der Musik modernster Meister; atmet diese noch romantischen Geist? ... Jedoch es mehren sich die Zeichen, die darauf schließen lassen, dass die Romantik wieder Einkehr in die Musik halten, ihr wieder das Gepräge geben wird. Folgen wir einem gewissen Grundzug gegenwärtiger Zeit, so dürfte die romantische Richtung in der Musik sich auch in Zukunft behaupten. Denn es gewinnt den Anschein als ob sich des modernen Kulturmenschen eine akustische Müdigkeit bemächtigt habe. Während die Lichtempfindlichkeit unseres Auges immer mehr abnimmt, während dasselbe nach immer größerer Fülle von Lichtreizen  verlangt und sich bei Petroleumlampen- oder Kerzenlicht schon gar nicht mehr wohl fühlt, nimmt die Schallempfindlichkeit unseres Ohres zu. Alles Laute, Lärmende ist uns zuwider, und das ist einer jener Gründe, weshalb wir die romantische Musik, deren Kriterium das Zarte, Sehnsüchtig-Schwebende ist, der mit akustischer Kraft und Fülle sowie mit nervenstachelnden Dissonanzen überreich gewürzten „modernen“ vorziehen (R. Möbius).

Neue Musik-Zeitung, XXXVIII. Jahrgang 1916/17, H. 2   

Vor 50 Jahren

„Mehr Aktivität im Musikrat!“ wird für die 9. Generalversammlung 1966 in Essen erwartet. Die Ära Mersmann (als Präsident) hat die Aufbauphase dieser Institution nach Kräften vollzogen, verstand es jedoch nicht immer, alle aktiven Kräfte der musikalischen Öffentlichkeit zu interessieren. In Essen wird Gelegenheit sein, einige unterschiedliche Auffassungen auszugleichen, wie sie sich in letzter Zeit zwischen den Vorstandsmitgliedern einerseits und den Vertretern der dem DMR angeschlossenen Organisationen ergeben haben: Erwartet wird ferner, dass der DMR nichts unterlässt, um endlich im Bewusstsein der kulturpolitischen Öffentlichkeit sich so zu verankern, wie es dem DMR verwandte Institutionen auf dem Gebiet der Wissenschaft, der Forschung und des Bildungswesens bereits erfolgreich praktiziert haben. Anerkennung verdienen zweifellos bestimmte Aktionen – „Jugend musiziert“ und „Podium junger Solisten“  als Nachwuchssondierung in einer kontinuierlichen Entwicklung –, die nicht zuletzt der Zusammenarbeit mit den tragenden Organisationen zu danken ist. Ist es zu realistisch zu sagen, der Deutsche Musikrat sei in seinen ganzen Arbeiten und Projekten zu „brav“? Und das in einer Zeit aktuellster ungelöster Fragen: Reduzierung der Musikprogramme der Rundfunkanstalten zuungunsten der produzierenden Künstler, Förderung von Auslandsreisen junger deutscher Musiker, die schwierige Situation der Berliner Musikschulen, die Schließung des alten und jahrzehntelang bewährten Stern’schen Konservatoriums und Fusion mit der Musikhochschule. Die ganze Laienmusik einer Millionenstadt in Gefahr. Der Deutsche Musikrat muss sich zu energischen Taten aufraffen, wenn er sein Ansehen nicht riskieren will.

Musikalische Jugend XV. Jahrgang 1966, H. 5, S.1 und 2

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