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Neue Musik-Zeitung vor 100 Jahren.
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Rückblende 2017/10 (Vor 100 und vor 50 Jahren)

Untertitel
Paul Hindemith, Musikschulen in Deutschland, Musikalische Früherziehung
Publikationsdatum
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Vor 100 Jahren: Im Urteil der Zeitgenossen. Vom jungen Paul Hindemith +++ Vor 50 Jahren: Goldener Plan für Musik? Plan zum Ausbau der Musikschulen in Deutschland +++ Musikalische Früherziehung. Beginnen – ehe es zu spät ist!

Vor 100 Jahren

Im Urteil der Zeitgenossen. Vom jungen Paul Hindemith, dessen Kammermusikwerke hauptsächlich beim Donaueschinger Kammermusikfest der 20er-Jahre rezipiert wurden, verfolgt man seine Stilentwicklung hauptsächlich anhand seiner Streichquartette: Hier ist Neuland oder es bereitet sich vor.

Wer möchte dem rücksichtslosen Querkopf Hindemith, die ganz wundervolle und eigenartige Kantilene des langsamen Satzes im 3. Quartett op.16 zutrauen, wer möchte nicht die einzigartige Polyphonie des Werkes mit der absoluten Selbständigkeit der Stimmen bewundern, wer nicht die zwingende Logik dieser freilich oft scheinbar seltsamen Harmonik begreifen? Wollen und Können sind hier einen starken Bund eingegangen. Alles in allem ist das Werk die Schöpfung einer ebenso originellen wie starken Persönlichkeit, die ihren eigenen Weg gehen wird und dem nachzugehen jedem ernsten Musiker empfohlen sei: über Hindemith in Zukunft hinwegzusehen, geht nicht an. (…) Bedeutsamer ist aber seine sich immer hervorragender entfaltende melodische und rhythmische Erfindung, die in ein überraschendes Neuland führt. Was selbst den Widerstrebenden anziehen muss, ist die Echtheit und Stärke des Gefühls…

R. Shishido, NM-Z 1920 ff., S. 244 f.

Vor 50 Jahren

Goldener Plan für Musik? Einen Plan zum Ausbau der Musikschulen in Deutschland legt zur Zeit der Verband deutscher Musikschulen allen zuständigen Stellen insbesondere auf kommunaler und Landesebene vor. Damit wird versucht, konkrete Folgerungen aus den Empfehlungen der Kultusmin­is­ter zu ziehen, die bei ihrer Bremer Sitzung im Januar 1967 zur Förderung der Musikpflege und Musikausbildung nahelegten, „ein dichtes Netz von gut ausgestatteten und möglichst hauptamtlichen Lehrkräften besetzten Musikschulen für die Jugend zur Ergänzung des Musikunterrichts an den Schulen einzurichten“. Dieser Plan könnte, so hofft man, eine ähnliche Wirkung erzielen, wie sie der Goldene Plan für die Förderung des Sports auslöste.

Musikalische Früherziehung. Beginnen – ehe es zu spät ist! Unter diesem Alarmruf berichtet der Münchner Ordinarius für Psychologie H. R. Lückert über die Erkenntnisse des Forscherprojektes der „Basalen Begabungs- und Bildungsforderung“. Es gehe von der Überzeugung aus, dass wir unsere kleinen Kinder kulturell vernachlässigen. Es seien Programme zu entwickeln, mit deren Hilfe das Erfahrungs- und Bildungsdefizit ausgeglichen werden kann. Bisher sei ein Leselernprogramm entwickelt, vorbereitet ein Vorschuldidaktikprogramm, ein Kinderbuchprogramm, ein Rhythmikprogramm und ein Sprachtraininsgsprogramm. Als wichtige Ergänzung ist die Kinder-Musikschule anzusehen, die in diesem Jahr vom Verband deutscher Musikschulen e.V. entwickelt worden ist und ab Januar 1968 in 25 Musikschulen in der Bundesrepublik anlaufen wird. Die bisher geübte Musikerziehung habe vielfach den günstigsten Zeitpunkt versäumt.

Musikalische Jugend, XVI Jahrg. 1967, H. 5, S. 13 und H. 6, S. 7

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